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Erste Deutsche starten mit Bezos-Rakete

Blue Origin schickt Königsmann und Benthaus auf suborbitalen Kurzflug

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Erste Deutsche starten mit Bezos-Rakete

Hans Königsmann gilt als einer der erfahrensten deutschen Raketenspezialisten. Mehr als ein Jahrzehnt lang war der gebürtige Berliner Vizepräsident und Chefingenieur für Raketenstarts bei SpaceX. An diesem Donnerstag wird er erstmals selbst an Bord einer Rakete Platz nehmen. Gemeinsam mit Michaela Benthaus startet Königsmann mit Flug 37 der Suborbitalrakete New Shepard des Raumfahrtunternehmens Blue Origin von Jeff Bezos zu einem kurzen Ausflug ins All.

Benthaus arbeitet als Ingenieurin bei der Europäischen Weltraumorganisation Esa und ist nach einem Mountainbike-Unfall querschnittsgelähmt. Mit ihrem Start wird sie der erste Mensch mit einer Behinderung sein, der mit einer Blue-Origin-Rakete ins All fliegt. Königsmann und Benthaus sind zugleich die ersten Deutschen, die an einem Flug von New Shepard teilnehmen.

Die rund 19 Meter hohe Rakete ist für kurze suborbitale Missionen ausgelegt. Vom Startplatz in Texas aus erreicht sie innerhalb weniger Minuten eine Höhe von rund 100 Kilometern und damit die international anerkannte Grenze zum Weltraum. Während des etwa zehnminütigen Flugs erleben die Passagiere für einige Minuten Schwerelosigkeit und einen Blick auf die Erde, bevor die Kapsel an Fallschirmen zur Erde zurückkehrt.

Blue Origin bietet diese Flüge seit 2021 an, vor allem für zahlende Weltraumtouristen. Zu den bisherigen Passagieren zählen unter anderem Schauspieler William Shatner, Popstar Katy Perry und Unternehmensgründer Jeff Bezos selbst. Ein Ticket kostet mehrere hunderttausend Dollar. Für die Missionen betreibt das Unternehmen einen eigenen Weltraumbahnhof in Westtexas.

Die touristischen Kurztrips sind jedoch nur ein Teil der langfristigen Pläne von Bezos. Bereits im Jahr 2000 gründete er Blue Origin mit dem Ziel, eine nachhaltige Weltraumwirtschaft aufzubauen. Lange Zeit schien das Unternehmen langsamer voranzukommen als der Konkurrent SpaceX. Inzwischen hat Blue Origin jedoch mit der Schwerlastrakete New Glenn einen wichtigen Meilenstein erreicht. Nach jahrelanger Entwicklung absolvierte sie Anfang 2025 ihren ersten Flug.

New Glenn soll künftig bis zu 45 Tonnen Nutzlast in den niedrigen Erdorbit transportieren und dabei wiederverwendbar sein. Parallel arbeitet Blue Origin an einer Mondlandefähre namens Blue Moon sowie an der privaten Raumstation Orbital Reef, die langfristig die Internationale Raumstation ersetzen könnte. Tausende Mitarbeiter entwickeln dafür Raketen, Raumfahrzeuge und Infrastruktur.

Der Flug von Königsmann und Benthaus markiert damit nicht nur einen persönlichen Meilenstein für die beiden Passagiere, sondern steht auch symbolisch für die wachsenden Ambitionen von Blue Origin im Wettbewerb um die Zukunft der Raumfahrt.

Blue OriginJeff BezosRaumfahrt

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