Elliott Management steigt bei Norwegian Cruise Line ein und fordert Strategiewechsel
Aktivistischer Investor übernimmt über 10 Prozent und will Rückstand zu Royal Caribbean aufholen

Der aktivistische Hedgefonds Elliott Investment Management hat eine bedeutende Beteiligung von über zehn Prozent an Norwegian Cruise Line aufgebaut. Damit zählt Elliott zu den größten Anteilseignern des Kreuzfahrtunternehmens und will nun aktiv auf tiefgreifende Veränderungen drängen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf informierte Kreisen.
Die Aktie von Norwegian Cruise Line hat in diesem Jahr bereits mehr als elf Prozent an Wert verloren, während die Konkurrenten Royal Caribbean und Carnival von starker Nachfrage und höheren Ticketpreisen profitieren konnten. Elliott sieht erhebliches Aufholpotenzial und will sowohl die finanzielle Performance als auch das Gästeerlebnis verbessern.
Der Hedgefonds plant konkrete Schritte zur Neuausrichtung des Unternehmens. Laut WSJ hat Elliott bereits Adam Goldstein kontaktiert, den ehemaligen Präsidenten und Chief Operating Officer von Royal Caribbean, als möglichen Kandidaten für den Verwaltungsrat. Goldstein gilt als erfahrener Branchenkenner mit nachgewiesener Erfolgsbilanz.
Führungswechsel in turbulenten Zeiten
Die Intervention von Elliott erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt für Norwegian Cruise Line. Erst vergangene Woche ernannte das Unternehmen John Chidsey, den früheren CEO der Restaurantkette Subway, zum neuen Vorstandsvorsitzenden. Er löst Harry Sommer ab, der das Unternehmen durch die Corona-Pandemie geführt hatte.
Zudem warnte Norwegian kürzlich, dass die Gewinnerwartungen für das vierte Quartal voraussichtlich unter den Prognosen liegen werden. Die Ergebnisse sollen noch in diesem Monat veröffentlicht werden. Im Gegensatz dazu meldete Konkurrent Royal Caribbean im Vormonat weiterhin starke Nachfrage, insbesondere bei wohlhabenden Kunden.
Elliott setzt auf bewährte Turnaround-Strategie
Elliott Investment Management ist bekannt für seine aktivistische Anlagestrategie und hat in der Vergangenheit bereits bei zahlreichen Unternehmen erfolgreich Veränderungen durchgesetzt. Der Hedgefonds ist überzeugt, dass Norwegian in der Lage ist, einen erfolgreichen Turnaround zu schaffen, wie das Unternehmen bereits in früheren Krisenphasen bewiesen habe.
Die Kreuzfahrtbranche insgesamt zeigt sich robust nach der Pandemie. Besonders die Premiumsegmente verzeichnen starkes Wachstum, da wohlhabende Kunden verstärkt auf Seekreuzfahrten setzen. Norwegian Cruise Line konnte von diesem Trend bislang jedoch nicht im gleichen Maße profitieren wie die Wettbewerber.
Norwegian Cruise Line reagierte zunächst nicht auf Anfragen zu den Berichten. Die Aktie notiert an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel NCLH und gehört zu den etablierten Anbietern im Kreuzfahrtsegment mit Fokus auf zeitgenössische Schiffe und flexible Bordkonzepte.
