ANZEIGE

Eli Lilly halbiert Alzey-Investition: Deutschland verliert Anziehungskraft für Investoren

Der Pharmakonzern streicht die Hälfte seiner geplanten Investition in Rheinland-Pfalz. Weitere Konzerne folgen, die Investitionslücke wächst.

•• 3 Min
Eli Lilly halbiert Alzey-Investition: Deutschland verliert Anziehungskraft für Investoren

Ist Deutschland als Investitionsstandort noch attraktiv? Die jüngste Entscheidung von Eli Lilly nährt erhebliche Zweifel. Der US-Pharmakonzern halbiert sein milliardenschweres Engagement im rheinland-pfälzischen Alzey: Statt zwei Milliarden Euro will das Unternehmen nur noch rund eine Milliarde Euro investieren.

Damit verbunden ist ein deutlicher Einschnitt bei den Arbeitsplätzen. Statt der ursprünglich rund 1.000 Stellen sollen in Alzey nur noch etwa 500 entstehen. Die Halbierung hatte Lilly bereits Anfang Juni bekannt gegeben. Für die Region wiegt der Schritt besonders schwer, weil die Kommune mehr als zweieinhalb Jahre auf das Großprojekt hingearbeitet hatte.

Alzey hatte die Megainvestition zum Anlass genommen, Straßen, Wohnungen und Kitas auszubauen — Infrastruktur für die erwarteten Beschäftigten. Lilly begründet die Kürzung mit den Sparmaßnahmen der Bundesregierung im Gesundheitswesen und mit schlechteren Rahmenbedingungen am Standort.

Der Fall Alzey ist kein Einzelfall

Der Rückzug reiht sich in eine Serie ähnlicher Nachrichten ein:

  • Eli Lilly: Investition in Alzey von 2 Mrd. auf 1 Mrd. Euro halbiert, Jobs von rund 1.000 auf etwa 500 reduziert
  • Boehringer Ingelheim: 900 Mio. Euro geplante Deutschland-Investitionen gestrichen
  • Automotive Cells Company (ACC): Batteriefabrik in Kaiserslautern wird nicht gebaut
  • Minitec: geplante Halle für 15 Mio. Euro vorerst gestoppt

Das Geld von Boehringer Ingelheim soll vor allem in die USA und nach Asien fließen. Der Chemiekonzern BASF verlagert seit Jahren Produktion aus Ludwigshafen nach China. Bei ACC gilt der schwache Absatz von Elektroautos als Grund für das Aus des Batteriewerks. Der Mittelständler Minitec mit 270 Mitarbeitenden hat seine geplante Halle vorerst auf Eis gelegt.

Die Reaktionen auf die Lilly-Entscheidung fallen unterschiedlich aus. Steffen Jung hofft weiterhin auf eine vollständige Umsetzung der Lilly-Baumaßnahme und eine spätere Hochfahrt des Standorts. Zugleich formuliert er eine deutliche Mahnung: "Ich sehe die Entscheidung von Lilly Deutschland auch als Weckruf an die Bundesregierung. Es ist ein Warnsignal. Es ist jetzt die Aufgabe der Bundesregierung, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und Deutschland für entsprechende Ansiedlungen wieder attraktiv zu machen."

730 Milliarden Euro Lücke seit 2019

Die Zurückhaltung ist kein lokales Phänomen, sondern ein strukturelles. Allianz Research beziffert die Investitionslücke zwischen Deutschland und den USA seit 2019 auf bis zu 730 Milliarden Euro. Während die Investitionen in der übrigen Eurozone um 6,7 Prozent zulegten, wuchsen sie in den USA um 20,2 Prozent.

Nach Einschätzung von Allianz Research können öffentliche Ausgaben diese Lücke nicht allein schließen. Entscheidend sei privates Kapital. Genau daran hapert es offenbar: Der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zufolge sehen 92 Prozent der Betriebe einen grundlegenden Investitionsbedarf. Besonders größere Mittelständler ab 50 Beschäftigten halten sich zurück.

Als Hauptgründe für die Zurückhaltung nennen die Unternehmen hohe Energiekosten, Bürokratie sowie die Steuer- und Abgabenlast. Auch die gesamtwirtschaftlichen Kennzahlen sind ernüchternd: McKinsey zufolge liegen die Nettoinvestitionen in Deutschland bei fast null Prozent des Bruttoinlandsprodukts — üblich sind zwei bis vier Prozent.

Ein dramatisches Misstrauensvotum

Der Ökonom Daniel Stelter ordnet die Entwicklung drastisch ein: "Seit über 20 Jahren sind die Unternehmen in Deutschland Nettosparer. Sie investieren weniger als ihre Gewinne. Das ist ein dramatisches Misstrauensvotum für den Standort, oder wie ich sagen würde, ein Investitionsstreik". Seit mehr als zwei Jahrzehnten seien die Firmen hierzulande also Nettosparer; die Folge sei ein verfallender Kapitalstock.

Zugleich verweist Stelter darauf, dass wegen der Demografie und der Verteilungskonflikte weniger Produktivitätsfortschritt nötig sei. Einen Berliner Gipfel lehnt er als Antwort ab. Stattdessen plädiert er dafür, die Rahmenbedingungen für bereits ansässige Unternehmen zu verbessern.

Was bedeutet das für Anleger?

Für Privatanleger sind diese Signale relevant, weil Investitionen die Grundlage künftiger Erträge und Dividenden bilden. Wenn Unternehmen dauerhaft weniger investieren als sie verdienen, schrumpft die Basis für künftiges Wachstum. Allianz Research sieht privates Kapital als entscheidenden Hebel — doch ob es fließt, hängt an den Rahmenbedingungen.

Ausgangspunkt der Berichterstattung sind mehrere Studien zur Investoren-Zurückhaltung. Wer in deutsche Industriewerte investiert, sollte daher genau verfolgen, ob angekündigte Projekte tatsächlich umgesetzt werden. Der Fall Alzey zeigt, wie schnell aus einer geplanten Megainvestition eine deutlich kleinere Baumaßnahme werden kann.

Eli Lilly AlzeyInvestitionslücke DeutschlandBoehringer IngelheimStandort DeutschlandKfw InvestitionsbedarfBasf LudwigshafenDaniel StelterNettoinvestitionen Bip

Meistgelesene News

  1. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  2. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  3. KI nur für Top-Mitarbeiter: Paysend-CEO setzt auf Leistungsnachweis
  4. Iran-Krieg: Hubschrauberabsturz tötet zwei Soldaten, Tankerangriffe bedrohen Hormuz
  5. Iran bietet Öffnung der Straße von Hormus an: Spannungen eskalieren

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.