Einigung im Tarifstreit an deutschen Flughäfen
Lohnerhöhungen, Sonderzahlungen und mehr Urlaubstage für das Bodenpersonal vereinbart

Im Tarifkonflikt an deutschen Flughäfen haben sich die Gewerkschaft ver.di und die Arbeitgeberseite in einem Schlichtungsverfahren auf eine Einigungsempfehlung verständigt. Diese betrifft rund 30.000 Beschäftigte in der Flugzeugabfertigung. Die Tarifkommissionen der Gewerkschaft sowie der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und des Arbeitgeberverbands der Bodenabfertigungsdienstleister im Luftverkehr (ABL) müssen dieser Empfehlung noch zustimmen. Die Verhandlungspartner teilten mit, dass die entsprechenden Gremien in der kommenden Woche über die Annahme beraten werden.
Die Vorsitzende der Schlichtungskommission, Yvonne Sachtje, erklärte, dass die gefundene Einigung tragfähig sei und Arbeitskampfmaßnahmen für die kommenden zwei Jahre ausschließe. Es sei gelungen, das am 6. April 2025 erzielte Tarifergebnis für den öffentlichen Dienst auf die Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste zu übertragen. Seit dem vergangenen Jahr gibt es einen bundesweiten Branchentarifvertrag für Flughafenarbeiter. Im März hatten sich die Bodenverkehrsdienste an groß angelegten Warnstreiks im öffentlichen Dienst beteiligt.
Die Schlichtungsempfehlung sieht eine Laufzeit bis zum 31. März 2027 vor. Vorgesehen ist eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 3,0 Prozent, mindestens jedoch um 110 Euro, ab dem 1. April 2025. Eine weitere Erhöhung um 35 Euro plus 2,8 Prozent soll ab dem 1. Mai 2026 erfolgen. Darüber hinaus sollen Zulagen für Schichtarbeit in Höhe von 60 Euro und für Wechselschichtarbeit in Höhe von 95 Euro eingeführt werden.
Zusätzlich zu den Gehaltsanpassungen sieht die Empfehlung Sonderzahlungen in Höhe von jeweils 200 Euro für die Jahre 2025 und 2026 vor. Für das Jahr 2027 sollen alle Beschäftigten und Auszubildenden einen zusätzlichen Tag Erholungsurlaub erhalten. Sollten die Tarifkommissionen die Einigungsempfehlung annehmen, könnten Flugreisende künftig von einem reibungslosen Ablauf an den deutschen Flughäfen ausgehen. Die Vermeidung weiterer Streiks würde insbesondere nach den umfangreichen Arbeitsniederlegungen im März für Entspannung im Flugverkehr sorgen.
