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Einfacher Bahnreisen durch Europa mit einem Klick

Neue Schnittstelle vereint Buchungssysteme und stärkt Fahrgastrechte bei internationalen Verbindungen

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Einfacher Bahnreisen durch Europa mit einem Klick

Reisen mit dem Zug durch Europa soll künftig deutlich unkomplizierter werden. Die Deutsche Bahn kündigte an, ab Herbst an eine einheitliche digitale Schnittstelle angeschlossen zu sein, die den Kauf grenzüberschreitender Fahrkarten vereinfachen soll. Dadurch sollen internationale Bahnreisen künftig so einfach buchbar sein wie nationale Verbindungen. Erste Partner im neuen System sind die Österreichischen und die Schweizer Bundesbahnen. Fahrgäste können deren Tickets dann direkt über den DB Navigator oder die Website der Deutschen Bahn kaufen.

Derzeit gestaltet sich die Buchung internationaler Bahnreisen oft mühsam. Für verschiedene Streckenabschnitte innerhalb Europas müssen bislang separate Fahrkarten erworben werden. Dies kann nicht nur zeitaufwendig sein, sondern führt auch zu Nachteilen bei Verspätungen, da Fahrgastrechte häufig nur für einzelne Teilstrecken gelten. Wird ein Anschluss verpasst, müssen Reisende mitunter neue Tickets kaufen. Durch die neue Schnittstelle sollen künftig einheitliche Buchungsvorgänge ermöglicht werden, sodass nur noch in Ausnahmefällen mehrere Tickets erforderlich sind.

Die Deutsche Bahn verfolgt das Ziel, Fahrkarten für Fahrten von Städten wie Oslo nach Athen oder Warschau nach Barcelona in einem einzigen Buchungsschritt verfügbar zu machen. Das gesamte Ticket soll über die bekannten Vertriebskanäle der Bahn erworben werden können. In den Monaten nach dem Start sollen weitere europäische Bahnen angebunden werden. Bis Ende des kommenden Jahres erwartet die Bahn eine nahezu flächendeckende Integration des Systems in Europa.

Bereits vor Jahren hatten sich mehrere europäische Bahngesellschaften auf einen technischen Standard verständigt: das sogenannte Open Sales and Distribution Model (OSDM). Dabei handelt es sich um eine gemeinsame digitale Sprache, mit der Bahnen und Vertriebsdienste ihre Daten austauschen können. Die Deutsche Bahn erhält durch die Anbindung an OSDM Zugriff auf das vollständige Ticketangebot der teilnehmenden Bahnen – und umgekehrt.

Gleichzeitig arbeitet die Europäische Kommission an einem eigenen Vorhaben zur Verbesserung internationaler Bahnreisen. Geplant ist ein Gesetzesvorschlag für einheitliche digitale Buchungs- und Ticketdienste. Ziel sei es, den Kauf eines einzigen Tickets über eine zentrale Plattform zu ermöglichen und die Geltung der Fahrgastrechte für die gesamte Reise zu gewährleisten. Die Deutsche Bahn begrüßt grundsätzlich das Ziel der Kommission, äußert jedoch Bedenken, da ein anderer technischer Standard als OSDM vorgesehen sei. Die Bahn befürchtet, dass bereits getätigte Investitionen und jahrelange Entwicklungsarbeit dadurch gefährdet werden könnten.

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