Edinburgh Worldwide: Aktionäre weisen Saba Capital ab
Die Aktionäre des Edinburgh Worldwide Investment Trust haben einen erneuten Versuch des Hedgefonds Saba Capital zurückgewiesen, den Verwaltungsrat auszutauschen. Mit 53,2% der Stimmen scheiterte der aktivistische Investor Boaz Weinstein.

Die Auseinandersetzung zwischen dem von Baillie Gifford verwalteten Edinburgh Worldwide Investment Trust (EWIT) und dem US-Hedgefonds Saba Capital hat eine klare Entscheidung gefunden. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag lehnten die Aktionäre die Pläne von Saba Capital ab, sechs Direktoren des Verwaltungsrats abzuberufen und durch drei eigene Kandidaten zu ersetzen. Mit 53,2% der abgegebenen Stimmen sprachen sich die Investoren gegen den Vorschlag aus.
Zweite Niederlage für aktivistischen Investor
Für den New Yorker Hedgefonds-Manager Boaz Weinstein bedeutet dies die zweite Niederlage in seiner Kampagne gegen EWIT. Bereits im Februar 2024 war ein ähnlicher Versuch gescheitert. Besonders deutlich wird die Ablehnung, wenn man die Stimmen ohne Saba Capital betrachtet: 92,7% aller anderen EWIT-Aktionäre votierten gegen die Vorschläge des Aktivisten. Saba Capital hatte seine Beteiligung am Fonds zuvor von 25% auf 30% aufgestockt.
Jonathan Simpson-Dent, Vorsitzender des Edinburgh Worldwide Investment Trust, kritisierte die Kampagne scharf als "erhebliche und kostspielige Ablenkung". Der Trust verwaltet ein Vermögen von 847,15 Millionen Pfund (rund 1,1 Milliarden US-Dollar) und investiert in innovative Technologieunternehmen aus dem öffentlichen und privaten Sektor.
Streit um Bewertungsabschlag und SpaceX-Beteiligung
Im Zentrum der Auseinandersetzung stand der erhebliche Abschlag des Fondskurses zum Nettoinventarwert (NAV). Weinstein bezeichnete die längerfristige Entwicklung als "beispiellose Wertvernichtung". Obwohl sich der NAV-Abschlag zuletzt verringert hatte, blieb der US-Investor bei seiner Kritik. Ein weiterer Streitpunkt war die größte Einzelposition des Trusts: Die Beteiligung an Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX macht etwa 8% des Portfolios aus.
In einem offenen Brief Anfang Januar warf Weinstein dem EWIT-Vorstand vor, die Aktionäre über einen Verkauf von SpaceX-Aktien "irreführend" informiert zu haben. Der Trust wies diese Vorwürfe zurück und erklärte, Saba Capital betreibe "eine aggressive Kampagne", um "die Kontrolle über das Unternehmen zu erlangen und seine eigenen Geschäftsinteressen zum potenziellen Nachteil anderer Aktionäre zu priorisieren".
Saba Capital setzt Strategie bei britischen Investment Trusts fort
Die Auseinandersetzung mit EWIT ist Teil einer umfassenderen Strategie von Saba Capital. Der Hedgefonds mit einem verwalteten Vermögen von 6 Milliarden US-Dollar hat sich auf britische Investment Trusts spezialisiert, die mit hohen Bewertungsabschlägen handeln. Weinstein sieht für Aktionäre einen "Sturm" aufziehen und nutzt diese Situation für aktivistische Kampagnen.
Erst letzte Woche forderte Saba Capital die Abwicklung der Workspace Group, eines Immobilien-Investmentfonds (REIT), der Büroimmobilien in London und Südostengland betreibt. Die anhaltenden NAV-Abschläge bei vielen britischen Investment Trusts bleiben ein Kerngeschäft für Weinsteins Firma.
