Easyjet erweitert Flugangebot zwischen Deutschland und Italien
Neue Verbindungen nach Rom und Mailand mit über 500.000 Sitzplätzen

Die britische Fluggesellschaft Easyjet plant, ab März 2025 ihr Streckennetz zwischen Deutschland und Italien signifikant auszubauen. Insgesamt sollen 27 neue Verbindungen nach Rom und Mailand angeboten werden, darunter sechs Direktverbindungen aus Deutschland. Die neuen Routen umfassen Flüge von Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Nach Angaben der Airline wird die Kapazität für diese Verbindungen auf über 500.000 Sitzplätze erweitert.
Easyjet erhielt die Zulassung als sogenannter "Remedy Taker" für Kurzstreckenflüge an den Flughäfen Mailand-Linate und Rom-Fiumicino. Stephan Erler, Deutschlandchef von Easyjet, erklärte, dass dieser Schritt eine wichtige strategische Möglichkeit für das Unternehmen darstellt. Neben den Deutschland-Verbindungen sollen künftig auch Strecken von Wien nach Mailand und von Zürich nach Rom eingerichtet werden, was das internationale Netzwerk der Fluggesellschaft weiter stärkt.
Hintergrund des Ausbaus ist die jüngste Entscheidung der EU-Kommission, die Zugeständnisse der Lufthansa beim Einstieg in die italienische ITA Airways zu genehmigen. Diese beinhalten unter anderem die Abgabe von Start- und Landerechten an Konkurrenten wie Easyjet, die British Airways-Mutter International Airlines Group (IAG) und Air France-KLM. Die Regelung soll den Wettbewerb auf dem italienischen Markt fördern und gleichzeitig die Bedingungen für den Einstieg der Lufthansa in ITA Airways sicherstellen.
Lufthansa hatte im Juli von der EU-Kommission die kartellrechtliche Freigabe erhalten, 41 Prozent der ITA für 325 Millionen Euro zu erwerben. Die Übernahme ist Teil einer langfristigen Strategie, um die Präsenz der Lufthansa-Gruppe auf dem südeuropäischen Markt auszubauen. Die italienische ITA, die als Nachfolgerin der insolventen Alitalia fungiert, spielt dabei eine zentrale Rolle. Ein weiterer Schritt sieht vor, dass Lufthansa in einigen Jahren zusätzliche 49 Prozent der ITA erwirbt, ebenfalls für rund 325 Millionen Euro.
Zur Sicherstellung eines fairen Wettbewerbs hatten Lufthansa und die italienische Regierung im Vorfeld verschiedene Verpflichtungen eingegangen. Diese beinhalten unter anderem die Abgabe bestimmter Start- und Landerechte am Flughafen Mailand-Linate. Damit soll es Wettbewerbern ermöglicht werden, ihre Flugangebote aus Italien auf Kurz- und Langstrecken auszubauen. Easyjet gehört zu den größten Profiteuren dieser Regelung und will die neuen Möglichkeiten nutzen, um ihre Marktstellung in Europa zu festigen.
