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DWP Bank unter schärferer Bafin-Aufsicht

Defizite in Kontrollsystemen erfordern erhöhten Sicherheitspuffer und Vorstandsüberlegungen

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DWP Bank unter schärferer Bafin-Aufsicht

Die Deutsche Wertpapier Service Bank (DWP) steht vor erhöhten Anforderungen und strengeren Kontrollen seitens der Finanzaufsichtsbehörde Bafin. Grund hierfür sind erhebliche Defizite in den Kontrollsystemen der Bank, die in der Vergangenheit zu einer millionenschweren Buchungspanne geführt hatten. Um die Risiken zu minimieren, hat die Bafin beschlossen, dass die DWP zusätzliche Eigenmittel bereithalten muss, solange die organisatorischen Mängel nicht behoben sind.

Der von der Bafin festgelegte Kapitalzuschlag beträgt 0,2 Prozentpunkte, was von der Bank derzeit erfüllt wird. Dennoch erwägt der Vorstand verschiedene Optionen, um die gestellten Anforderungen zu bewältigen.

Die Deutsche Wertpapier Service Bank gehört zu den deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken und hat Ende 2022 aufgrund einer Buchungspanne einen Verlust von 61 Millionen Euro verbucht. Dies hat den Vorstand unter Druck gesetzt, und es gibt Stimmen in Finanzkreisen, die die Ablösung des CEO Heiko Beck in Erwägung ziehen, wenn auch nicht unmittelbar, so doch mittelfristig.

Die Bafin hatte nach der Buchungspanne eine Sonderprüfung eingeleitet und dabei erhebliche Mängel aufgedeckt, wie bereits im August exklusiv vom Handelsblatt berichtet wurde. Dies stellt die zweitschlechteste Bewertung dar, die die Finanzaufsicht bei der Prüfung von Banken vergeben kann.

Die Finanzaufsicht erklärte, dass die DWP "gegen die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verstoßen" habe und vor allem Mängel in den Bereichen internes Kontrollsystem, interne Revision und Identifizierung von operationellen Risiken beseitigen müsse.

Die DWP Bank spielt eine bedeutende Rolle im deutschen Bankensektor, da sie für zahlreiche Geldinstitute die Abwicklung von Wertpapiertransaktionen und die Verwahrung der Papiere übernimmt.

Die Bank hat bereits Maßnahmen ergriffen, um die festgestellten Mängel zu beheben. Diese wurden unmittelbar nach dem Schadenfall Ende 2022 ergriffen und auf Grundlage der Prüfergebnisse der Bafin weiter ausgearbeitet. Die DWP betonte, dass diese Maßnahmen die Bank sicherer machen und Risiken, selbst in seltenen und ungewöhnlichen Situationen wie im Dezember 2022, bestmöglich minimieren sollen.

Die Buchungspanne im Dezember 2022 drehte sich um eine wenig gehandelte Schuldverschreibung (ETC), mit der ein Anleger auf die Wertentwicklung von Rohstoffen gesetzt hatte. Nach einem sogenannten Reverse Split, bei dem mehrere Stücke eines Wertpapiers zu einem einzigen zusammengefasst wurden, änderte sich der Wert des ETCs dramatisch, während die Stückzahl unverändert blieb. Die DWP musste daraufhin innerhalb kurzer Zeit zu einem hohen Preis Hunderttausende Stücke des seltenen Wertpapiers nachkaufen, um die anschließende Verkaufsorder des Kunden korrekt auszuführen.

DWPBaFin

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