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Dschibuti, Äthiopien und Dangote planen 660-Millionen-Dollar-Pipeline

Ein 120 Kilometer langes Raffinerie-Pipelineprojekt soll Äthiopien und Dschibuti verbinden und binnen 18 Monaten betriebsbereit sein.

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Dschibuti, Äthiopien und Dangote planen 660-Millionen-Dollar-Pipeline

Äthiopien, Dschibuti und der nigerianische Milliardär Aliko Dangote planen den Bau einer Raffinerie-Pipeline im Wert von 660 Millionen US-Dollar, die beide ostafrikanischen Länder miteinander verbinden soll. Das teilte ein Sprecher im Büro des äthiopischen Premierministers Abiy Ahmed am Donnerstag mit, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

Das Projekt umfasst eine 120 Kilometer lange Pipeline sowie rund 375.000 Kubikmeter Lagerkapazität in Damerjog in Dschibuti und 800.000 Kubikmeter in Dewele in Äthiopien. Der Sprecher erklärte gegenüber Reuters, die Anlage solle innerhalb von 18 Monaten betriebsbereit sein. Damit handelt es sich um einen vergleichsweise ehrgeizigen Zeitplan für ein grenzüberschreitendes Infrastrukturvorhaben dieser Größenordnung.

Premierminister Abiy schrieb auf der Plattform X, das Projekt werde durch eine Partnerschaft zwischen Ethiopian Investment Holdings und der Dangote Group realisiert. Die Ankündigung erfolgte während Abiys Besuch in Dschibuti, wo er gemeinsam mit dem dortigen Präsidenten Ismail Omar Guelleh und Dangote auftrat.

Dangote baut bereits mehrere Großprojekte in Äthiopien

Für Dangote ist das Vorhaben kein Einzelengagement. Der Unternehmer baut derzeit separat bereits eine Dünger-Pipeline und ein Kraftwerk im Wert von 4 Milliarden US-Dollar sowie eine Polypropylen-Verpackungsanlage in Äthiopien. Diese Projekte unterstreichen die wachsende Rolle der Dangote Group als Investor in der Region und zeigen, dass der Konzern seine Präsenz in Ostafrika strategisch ausbaut.

Als Ziel des neuen Pipelineprojekts nannte Abiy, die Logistikkosten und Verzögerungen entlang des Transportkorridors zwischen Äthiopien und Dschibuti zu senken. Entwickler zufolge werde die Infrastruktur zudem die Energiesicherheit stärken und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten für beide Länder verbessern. Äthiopien ist als Binnenstaat stark auf den Hafen von Dschibuti angewiesen, über den ein Großteil des Außenhandels abgewickelt wird. Effizientere Transportwege sind daher von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.

Weiteres Raffinerieprojekt in Kenia geplant

Parallel dazu sollen Dangote und die kenianische Regierung nächste Woche den Grundstein für eine neue Rohölraffinerie mit einer Kapazität von 700.000 Barrel pro Tag in Lamu legen. Auch dieses Projekt verdeutlicht die Ambitionen, die Raffineriekapazitäten in der Region deutlich auszuweiten.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem als Signal für wachsende Investitionen in afrikanische Energie- und Logistikinfrastruktur interessant. Derartige Großprojekte können langfristig die regionale Wirtschaftsdynamik beeinflussen und neue Handelswege schaffen. Ob und wann die angekündigten Vorhaben tatsächlich realisiert werden, hängt jedoch von der Finanzierung und Umsetzung ab, die zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht im Detail bekannt sind.

Die Ankündigung reiht sich in eine Serie von Infrastrukturinitiativen ein, mit denen afrikanische Staaten ihre Energieversorgung und Handelsrouten modernisieren wollen. Der Transportkorridor zwischen Äthiopien und Dschibuti gilt dabei als eine der wichtigsten Handelsachsen der Region. Sollte das Pipelineprojekt wie geplant umgesetzt werden, könnte es die Abhängigkeit von teureren und langsameren Transportwegen verringern.

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