Drei Dividendenaktien zum Vergessen: Mondelez, Tyson Foods, Kraft Heinz
Motley Fool setzt auf drei Konsumgütertitel mit stabilen Ausschüttungen – und rät Anlegern, sie langfristig zu halten.

Wer sein Depot auf langfristiges Halten auslegt, sucht selten nach spektakulären Wachstumsgeschichten. Interessanter sind Unternehmen, deren Produkte täglich gekauft werden – ohne dass der Verbraucher groß darüber nachdenkt. Das US-Finanzportal Motley Fool stellt drei Aktien aus dem Konsumgütersektor vor, in die aus Sicht des Portals jeweils 100 US-Dollar investiert werden könnten, verbunden mit dem Rat, das Depot-Passwort zu vergessen und die Positionen über Jahre liegen zu lassen.
Im Mittelpunkt stehen Mondelez, Tyson Foods und Kraft Heinz. Alle drei verkaufen Grundnahrungsmittel und etablierte Alltagsmarken – genau jene Art von Produkten, die auch in wirtschaftlich schwächeren Phasen gekauft werden. Nach Einschätzung des Portals macht sie das zu attraktiven Kandidaten für einen langfristigen Buy-and-Hold-Ansatz. Der Vorschlag richtet sich damit an Anleger, die ein passives Einkommen aufbauen wollen und nicht auf kurzfristige Kursschwankungen reagieren möchten.
Der Ansatz ist bewusst schlicht gehalten: Statt den Markt timingen zu wollen, setzt die Auswahl auf Unternehmen, deren Ausschüttungen durch den laufenden Geschäftsbetrieb finanziert werden. Die drei Titel unterscheiden sich allerdings deutlich in ihrem Dividendenprofil – von jährlichen Steigerungen über einen reinen Skalenvorteil bis hin zu bewusst konstant gehaltenen Zahlungen.
Die Details
Mondelez hat seine Dividende über fünf Jahre hinweg um durchschnittlich rund 10 % pro Jahr erhöht. Finanziert wird diese Steigerung durch weltweit etablierte Snackmarken, die das Unternehmen vertreibt. Die Ausschüttungsquote liegt in der Nähe von 50 %, das heißt: Ein erheblicher Teil des Gewinns fließt an die Anteilseigner, während der Rest im Unternehmen verbleibt. Für Anleger ist die Ausschüttungsquote eine wichtige Kennzahl, um einzuschätzen, wie viel Spielraum für künftige Dividendenerhöhungen bleibt.
Tyson Foods verarbeitet nach Angaben des Portals etwa ein Fünftel des in den USA verkauften Rind-, Schweine- und Geflügelfleisches. Dieser Skalenvorteil kommt dem Unternehmen selbst dann zugute, wenn die Bevölkerung nicht wächst. Ein so großer Marktanteil in der Fleischverarbeitung ermöglicht effizientere Produktionsprozesse und eine starke Stellung gegenüber Lieferanten und Abnehmern. Das Geschäft hängt damit weniger von neue Kunden ab als von der konstanten Nachfrage nach Fleischprodukten.
Kraft Heinz hat seine Dividende im Jahr 2019 neu festgelegt. Seit dieser Anpassung hält das Unternehmen die Ausschüttung mehr als 27 Quartale in Folge stabil. Gestützt wird dies durch einen freien Cashflow von nahezu 3,7 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Die Konstanz der Zahlung ist in diesem Fall das zentrale Argument des Portals – nicht eine hohe Wachstumsrate.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 28.06.2026 berichtete aktien.news über kluge Dividendenaktien und verwies darauf, dass Dividendenaktien unter Privatanlegern als bewährte Strategie gelten, um ein passives Einkommen aufzubauen und gleichzeitig vom langfristigen Kurswachstum zu profitieren. Damals hieß es, gerade in einem unsicheren Marktumfeld rückten Titel mit verlässlichen Ausschüttungen stärker in den Fokus. Motley Fool habe eine Auswahl der attraktivsten Dividendenaktien für ein Investitionsvolumen von rund 5.000 US-Dollar zusammengestellt. Dividendeninvestoren achteten dabei nicht nur auf die aktuelle Rendite, sondern auch auf die Nachhaltigkeit der Ausschüttungen.
Am 13.08.2026 berichtete aktien.news über PepsiCo als Dividendenaktie zum Kaufen und Liegenlassen. PepsiCo sei aus einer Analyse von sechs Blue-Chip-Dividendenkandidaten als klarer Favorit hervorgegangen: Bei einem Kurs von 139,82 US-Dollar habe die Aktie eine Dividendenrendite von 4,3 % und ein Fair-Value-Potenzial von +21,3 % geboten. Damals wurden auch ein freier Cashflow von 9,28 Milliarden US-Dollar auf Zwölfmonatsbasis und eine Eigenkapitalrendite von 51,6 % genannt.
Am 07.10.2026 folgte ein Bericht über drei Dividendenaktien für die nächste Dekade. Darin wurde auf die Renditen US-amerikanischer Staatsanleihen verwiesen, die ein seit zwei Jahrzehnten nicht mehr gesehenes Niveau erreicht hätten: Eine zehnjährige US-Staatsanleihe werfe 5,3 % ab. Der entscheidende Unterschied zu Dividendenaktien liege im Wachstum.
Am 08.10.2026 schließlich stellte aktien.news drei Dividendenaktien für einen Anlagehorizont von 20 Jahren vor: Kimberly-Clark, PepsiCo und Sysco. Allen drei sei gemeinsam, dass sie derzeit kühne, teils kostspielige Züge unternähmen. Kimberly-Clark etwa finanziere den 48,7 Milliarden US-Dollar teuren Kauf von Kenvue.
Was das für Anleger bedeutet
Die drei aktuell vorgestellten Titel decken unterschiedliche Dividendenprofile ab. Mondelez steht für Wachstum der Ausschüttung aus einem Markengeschäft heraus, Tyson Foods für einen Skalenvorteil in der Fleischverarbeitung und Kraft Heinz für bewusst stabile Zahlungen auf Basis eines hohen freien Cashflows. Wer breit streuen will, kann diese Profile als Bausteine unterschiedlicher Risikoniveaus verstehen, statt sie als gleichwertige Alternativen zu behandeln.
Für deutsche Privatanleger ist wichtig, dass es sich um US-Unternehmen handelt und die Ausschüttungen in US-Dollar anfallen. Wechselkurse können die tatsächlich vereinnahmte Rendite daher beeinflussen; zusätzlich ist die steuerliche Behandlung von US-Dividenden ein Faktor, den Anleger vor einem Engagement prüfen sollten. Die genannte Summe von 100 US-Dollar je Aktie ist im Übrigen eine illustrative Positionsgröße des Portals und keine Empfehlung für ein konkretes Depotgewicht.
Ein weiterer Aspekt ist die Vergleichsfolie: Der frühere Bericht vom 07.10.2026 erinnert daran, dass eine zehnjährige US-Staatsanleihe 5,3 % abwirft. Wer eine solche feste Verzinsung als Alternative betrachtet, muss abwägen, ob er auf wachsende Dividenden setzt oder auf einen festen Kupon. Der Beitrag liefert ausdrücklich keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung – er ordnet lediglich Argumente für beide Seiten ein.
Ausblick
Konkrete Termine wie Bilanzvorlagen oder Hauptversammlungen nennt der Quelltext nicht. Der Horizont, den die Berichterstattung vorgibt, ist ausdrücklich langfristig angelegt: Der Bericht vom 08.10.2026 betrachtet Dividendenaktien über einen Zeitraum von 20 Jahren, der Beitrag vom 07.10.2026 stellt auf die kommende Dekade und damit auf einen Vergleich bis zum Jahr 2036 ab. Wer den Ansatz des Portals teilt, richtet seinen Blick also nicht auf das nächste Quartal, sondern auf die Entwicklung der Ausschüttungen über viele Jahre. Ob Mondelez seine Steigerungen im bisherigen Tempo fortsetzt, Tyson Foods seinen Marktanteil hält und Kraft Heinz seine stabile Ausschüttung beibehält, wird sich erst über diese langen Zeiträume zeigen.
Kurz erklärt
- Ausschüttungsquote: Anteil des Gewinns, den ein Unternehmen als Dividende an seine Aktionäre zahlt.
- Freier Cashflow: Das Geld, das nach Abzug der Investitionen aus dem operativen Geschäft übrig bleibt.
- Buy-and-Hold: Anlagestrategie, bei der Wertpapiere über sehr lange Zeiträume gehalten und nicht aktiv gehandelt werden.
