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DR Kongo untersucht Uranverunreinigung in Kobaltexporten nach China

Der weltgrößte Kobaltproduzent reagiert auf alarmierende Studienergebnisse und leitet eine offizielle Untersuchung ein.

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DR Kongo untersucht Uranverunreinigung in Kobaltexporten nach China

Die Demokratische Republik Kongo hat eine offizielle Untersuchung zur Verunreinigung von Kobalt mit Uran eingeleitet. Als weltgrößter Produzent des für Batterien unverzichtbaren Metalls reagiert das Land damit auf Berichte über erhebliche Mengen radioaktiven Materials in seinen Exporten. Regierungsvertreter kündigten an, das in großen Mengen nach China exportierte Kobalthydroxid auf Uran zu testen.

Ausgelöst wurde die Untersuchung durch eine wissenschaftliche Studie in der Fachzeitschrift Nature Communications sowie einen Bericht der Financial Times gemeinsam mit der gemeinnützigen Journalismus-Organisation Lighthouse Reports. Die Recherchen deckten auf, dass in den größten Kobalt-Kupfer-Minen der DR Kongo in den vergangenen zwei Jahrzehnten wiederholt erhebliche Uranverunreinigungen aufgetreten sind. Laut den im Juli 2025 veröffentlichten Studienergebnissen enthielten die Kobalthydroxid-Exporte des Landes zwischen 2000 und 2024 schätzungsweise 2.000 Tonnen oder mehr Natururan.

Das häufige Vorkommen des radioaktiven Materials hat weitreichende Konsequenzen: Gesundheitsrisiken für Minenarbeiter, die Ablehnung von Kobaltlieferungen durch Abnehmer sowie Bedenken hinsichtlich der Sicherung von Kernmaterial. Uran kommt in der gesamten riesigen Bergbauregion des sogenannten „Kupfergürtels" der DR Kongo natürlich vor – zusammen mit Kupfer und Kobalt. Die gezielte Förderung von Uran ist im Land heute verboten.

Reaktion der kongolesischen Regierung

Die Regierung in Kinshasa erklärte, sie habe die Ergebnisse „aufmerksam zur Kenntnis genommen". Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe soll die Studienergebnisse und den FT-Bericht prüfen. Zudem wollen die Behörden die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) konsultieren, um eine technische Unterstützungsmission zu vereinbaren. Kongolesische Beamte teilten außerdem mit, dass das Land plane, Strahlendetektoren für Lastwagen zu installieren, die das Land verlassen.

Innerhalb der nächsten 60 Tage sollen die potenziellen Gesundheits- und Umweltrisiken der Uranverunreinigung bewertet und die Ergebnisse sowie vorgeschlagene Maßnahmen öffentlich dargelegt werden. Die Untersuchung wird von der Atomsicherheitsbehörde und der Kernenergiebehörde der DR Kongo gemeinsam mit anderen nationalen Behörden durchgeführt. Sowohl ein nationales als auch ein internationales Labor werden an der Analyse beteiligt sein.

Gleichzeitig äußerte die Regierung Vorbehalte gegenüber der Methodik der Nature-Communications-Studie. Die Untersuchung basiere „nicht auf direkten Messungen an exportierten Lieferungen", sondern verwende Modellierungen, „die nicht spezifisch für die jeweilige Anlage sind und in einen außergewöhnlich breiten Bereich von Schätzungen fallen". Diese methodischen Einschränkungen erforderten eine Gegenprüfung, „ohne die aufgeworfenen Fragen in irgendeiner Weise zu verharmlosen", so die Regierung.

Rolle der IAEO und internationale Dimension

Die IAEO verfolgt die Uranproduktion weltweit, doch Exporte von uranhaltigem Kobalt mit geringem Gehalt aus der DR Kongo müssen der Behörde nicht gemeldet werden, sofern sie für nicht-nukleare Zwecke bestimmt sind. Ein IAEO-Experte erklärte, die Behörde habe keine Anhaltspunkte dafür, dass die DR Kongo ihren Sicherungsverpflichtungen nicht nachkomme. Experten für Nichtverbreitung warnen jedoch, dass jede Ansammlung unkontrollierter Bestände an Natururan ein Risiko darstelle.

Kobalt ist ein Schlüsselrohstoff für die globale Energiewende und wird vor allem in Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher eingesetzt. Die DR Kongo liefert einen Großteil der weltweiten Kobaltproduktion, wobei China als wichtigster Abnehmer gilt. Die Entwicklungen rund um die Uranverunreinigung könnten daher weitreichende Auswirkungen auf globale Lieferketten für Batterierohstoffe haben. Die kongolesische Regierung betonte abschließend, das gemeinsame Vorkommen von Uran und Kobalt sei „während mehr als eines Jahrhunderts industriellen Bergbaus verantwortungsbewusst gehandhabt worden" und das Land bleibe seinen internationalen Verpflichtungen zur Nichtverbreitung verpflichtet.

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