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Die Märkte nach der Europawahl

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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Die Märkte nach der Europawahl

Die aktuelle Marktsituation an der Wall Street zeigt eine zurückhaltende Haltung der Anleger angesichts der bevorstehenden Veröffentlichung von Inflationsdaten und der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Diese beiden bedeutenden Ereignisse zur Wochenmitte veranlassen die Investoren, keine großen Risiken einzugehen. Am Freitag hatte ein starker Arbeitsmarktbericht in den USA die Erwartungen übertroffen, wodurch baldige Zinssenkungen unwahrscheinlich geworden sind. Diese Entwicklung minderte jedoch auch die Sorgen über eine mögliche Konjunkturabschwächung. Laut Marktanalyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets ist ein stärkeres Wirtschaftswachstum positiv für die Märkte, solange die Inflation in Grenzen bleibt.

Die wichtigsten Indizes in New York zeigten sich weitestgehend richtungslos. Der Dow Jones schloss mit einem leichten Plus von 0,18 Prozent bei 38.868 Punkten. Auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 legten leicht zu und beendeten den Handelstag knapp unter ihren am Freitag erreichten Bestmarken. An den deutschen Börsen hingegen sorgte die Europawahl für Verunsicherung. Der DAX fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai und schloss schließlich 0,34 Prozent niedriger bei 18.495 Punkten. Die politische Unsicherheit in Europa, insbesondere durch die Aussicht auf Neuwahlen in Frankreich, belastete die Märkte. Analysten wie Jochen Stanzl von CMC Markets und Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding wiesen darauf hin, dass der Rechtsruck in Europa ein unerwartetes Element der Unsicherheit einführt.

Das schlechte Abschneiden der Ampelkoalition bei der Europawahl führte zu Kursverlusten im Energiesektor, da die Grünen als Förderer der Energiewende deutliche Verluste hinnehmen mussten. Besonders in Paris sorgte die politische Unsicherheit für einen Rückgang des Leitindex CAC 40 auf den tiefsten Stand seit Februar. Präsident Emmanuel Macron plant nach der Niederlage seines Mitte-Lagers bei der Europawahl die Neuwahl der Nationalversammlung, um klare politische Verhältnisse zu schaffen. Diese Entscheidung führte zu einem erheblichen Kursrückgang bei französischen Banken wie BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole. Analysten wie Jim Reid von der Deutschen Bank und Kathleen Brooks von der Handelsplattform XTB bezeichneten diese Entwicklung als "Schockfaktor" für die Märkte.

Die Unsicherheit spiegelte sich auch im Euro wider, der auf den tiefsten Stand seit Anfang Mai fiel. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erklärte, dass die Schwäche des Euros durch die Schwierigkeiten der europafreundlichen Parteien, ihre Positionen zu verteidigen, bedingt sei. Der Ölmarkt hingegen profitierte von der Erwartung eines Nachfragebooms während der Sommerurlaubssaison. Die Preise für Brent und WTI stiegen um etwa 2,5 Prozent.

Apple kündigte auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC an, dass die Computerbrille Vision Pro ab dem 12. Juli in Deutschland erhältlich sein wird. Das Gerät ermöglicht sowohl das Eintauchen in virtuelle Welten als auch die Kombination digitaler Inhalte mit der realen Umgebung. Apple plant zudem, neue KI-Funktionen für das iPhone und andere Geräte einzuführen und eine Satelliten-Verbindung für Kurznachrichten bereitzustellen. Der US-Arzneimittelhersteller Eli Lilly kann auf eine Zulassung seines Alzheimermittels Donanemab in den USA hoffen, nachdem ein Beratergremium der FDA dem Medikament einen Nutzen bei frühen Krankheitsstadien attestierte.

Die Aktien des Halbleiterausrüsters Süss Microtec verzeichneten einen starken Anstieg und erreichten neue Rekordhöhen, während Meta an einer auf Europa zugeschnittenen Künstlichen Intelligenz arbeitet. Fielmann expandiert in den USA durch die Übernahme der Optikerkette Shopko Optical. RWE zog einen Strafbefehl gegen den Klimaaktivisten Marten Reiß zurück, und das Bundeskartellamt erlaubte den Erwerb großer Wohnungs- und Grundstücksbestände in Berlin durch landeseigene Unternehmen.

Die Deutsche Telekom erhöhte ihren Anteil an T-Mobile US, während der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vor den Folgen höherer Einfuhrzölle auf chinesische E-Autos warnte. Tesla wird in diesem Jahr kein überarbeitetes Model Y auf den Markt bringen, und Microsoft sichert nach Kritik von IT-Sicherheitsforschern eine neue Suchfunktion besser ab.

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