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Die Kluft zwischen Reichen und Ultrareichen in den USA wächst

Neue Daten der Federal Reserve zeigen: Das Vermögen der reichsten 0,1 Prozent der Amerikaner hat sich seit Ende 2019 mehr als verdoppelt.

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Die Kluft zwischen Reichen und Ultrareichen in den USA wächst

Die ultrareichen Amerikaner ziehen nicht nur im Vergleich zum Durchschnittsbürger davon. Getrieben von einem Börsenboom, der ihr Nettovermögen um Billionen US-Dollar erhöht hat, distanzieren sie sich sogar von anderen wohlhabenden Gruppen in den USA. Das Gesamtvermögen der 0,1 Prozent reichsten Amerikaner hat sich seit Ende 2019 mehr als verdoppelt.

Die Zahlen stammen aus neuen Daten der US-Notenbank Federal Reserve. Eine Analyse dieser Daten durch die „Wall Street Journal" zeigt, dass die Entwicklung bereits im Jahr des Pandemiebeginns einsetzte. Seitdem kapseln sich die Ultrareichen zunehmend von anderen reichen Schichten ab.

Damit verschiebt sich die Vermögensverteilung in den USA auf zwei Ebenen gleichzeitig: nach unten hin zum Durchschnittsbürger und innerhalb der Gruppe der Wohlhabenden selbst. Wer ohnehin schon über ein sehr großes Vermögen verfügte, hat in den vergangenen Jahren überproportional zugelegt.

Die Details

Im Zentrum der aktuellen Auswertung steht das reichste Tausendstel der US-Bevölkerung – die sogenannten 0,1 Prozent. Ihr Gesamtvermögen hat sich seit dem Ende des Jahres 2019 mehr als verdoppelt. Der Treiber dieser Entwicklung ist ein Börsenboom, der das Nettovermögen dieser Gruppe um Billionen US-Dollar erhöht hat.

Die Datengrundlage liefert die Federal Reserve, die US-Notenbank. Die Auswertung und Einordnung übernahm die „Wall Street Journal". Der Zeitpunkt des Beginns ist dabei ein zentraler Befund: Die Abkopplung der Ultrareichen von anderen reichen Schichten setzte nicht erst in den vergangenen Monaten ein, sondern bereits im Jahr des Pandemiebeginns.

Auffällig ist die Reihenfolge der Vermögensgruppen: Zunächst profitierten breite Anlegerschichten von steigenden Kursen, doch mit der Zeit wuchs der Abstand zwischen den sehr Reichen und den nur Wohlhabenden. Genau diese zweite Kluft ist der Kern der neuen Analyse. Sie verläuft nicht mehr nur zwischen Arm und Reich, sondern innerhalb der oberen Vermögensschichten selbst.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 27.03.2026 berichtete aktien.news, dass es in den Vereinigten Staaten rund 430.000 Haushalte mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar gibt. Grundlage war eine Analyse des Ökonomen Owen Zidar auf Basis von Daten der Federal Reserve bis zum Jahr 2022. Darunter befanden sich etwa 74.000 Haushalte mit 100 Millionen Dollar oder mehr. Das Wachstum dieser Vermögensklasse übertraf das allgemeine Bevölkerungswachstum deutlich – Haupttreiber waren die massiven Kursgewinne an den amerikanischen Aktienmärkten.

Am 19.09.2026 berichtete aktien.news, dass die fast 200 Amerikaner auf dem Bloomberg Billionaires Index gemeinsam über ein Vermögen von rund 7 Billionen US-Dollar verfügen. Der Bericht ordnete ein, dass die obersten Milliardäre nur die winzige Spitze eines sehr reichen Eisbergs darstellen.

Am 02.07.2026 berichtete aktien.news über die US-Marktrallye im ersten Halbjahr 2026: Der Dow Jones Industrial Average legte um 8,9 Prozent zu, der S&P 500 um 9,6 Prozent, der Nasdaq Composite um 12,8 Prozent und der Russell 2000 um fast 22 Prozent. Zugleich zeigten Federal-Reserve-Daten, dass das Aktienvermögen in den USA extrem ungleich verteilt ist und die Rallye diese Kluft weiter vertieft hat.

Am 13.06.2026 berichtete aktien.news, dass wohlhabende Amerikaner sich von der Inflation unbeeindruckt zeigen und ihr Konsumverhalten mit Fokus auf „kompromisslosen Luxus" die Preise auch für Alltagsgüter in die Höhe treibt – etwa bei hochwertigen Uhren mit Preisanstiegen im zweistelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem ein Hinweis auf die Struktur der US-Vermögensgewinne. Die Kursgewinne der vergangenen Jahre sind nicht gleichmäßig verteilt – sie konzentrieren sich auf Haushalte mit sehr großen Aktienpositionen. Wer breit investiert ist, partizipiert an steigenden Märkten, aber nicht im selben Ausmaß wie die Spitze.

Zugleich zeigt die Analyse, dass die Konzentration an der Spitze kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern sich seit dem Pandemiejahr aufbaut. Für Anleger mit US-Aktien im Depot bedeutet das: Die Marktentwicklung bleibt der zentrale Treiber der Vermögensbildung, und die Verteilungswirkung hängt stark von der Größe des Depots ab.

Die früheren Berichte von aktien.news ergänzen dieses Bild: Das Wachstum der Vermögensklasse ab 30 Millionen Dollar übertraf das Bevölkerungswachstum deutlich, und die Zahl der Milliardäre konzentriert sich auf eine sehr kleine Gruppe. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Der Quelltext nennt keine konkreten Termine, Prognosen oder geplanten Maßnahmen. Die Analyse der „Wall Street Journal" stützt sich auf Daten der Federal Reserve und beschreibt eine Entwicklung, die bis zum Pandemiejahr zurückreicht. Weitere Datenveröffentlichungen der US-Notenbank dürften den Trend künftig weiter dokumentieren – belastbare Vorhersagen über die künftige Vermögensverteilung lassen sich aus dem vorliegenden Material jedoch nicht ableiten.

Kurz erklärt

  • Federal Reserve: Die US-Notenbank, die unter anderem Daten zur Vermögensverteilung der amerikanischen Haushalte erhebt.
  • Nettovermögen: Der Wert aller Vermögenswerte einer Person abzüglich ihrer Schulden.
  • Börsenboom: Ein länger anhaltender, starker Anstieg der Aktienkurse an den Finanzmärkten.
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