Anleger agieren zögerlich
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die Wall Street zeigte sich am gestrigen Dienstag weiterhin unschlüssig und orientierungslos. US-Anleger kehrten nur zögerlich an den Markt zurück, während die Indizes der US-Börsen keine klare Richtung fanden. Dies war teilweise auf Zins- und Konjunktursorgen zurückzuführen, die die Risikobereitschaft dämpften. Der Dow Jones, als Leitindex der Standardwerte, konnte sich am besten halten und schloss moderat höher bei 38.711 Zählern, während der S&P-500-Index und die Nasdaq ebenfalls leicht zulegten.
Die Unsicherheit an der Weltleitbörse war angesichts schwacher Konjunkturdaten spürbar. Besonders die unerwartet eingetrübte Stimmung in der US-Industrie sowie der Rückgang der Bauausgaben sorgten für Verunsicherung. Obwohl die US-Industrie im April etwas mehr Aufträge verzeichnete als erwartet, ging die Zahl der offenen Stellen überraschend deutlich zurück. Diese Daten ließen Zweifel an der wirtschaftlichen Stärke der USA aufkommen und verstärkten die Forderungen nach einer Lockerung der Geldpolitik durch die Federal Reserve.
Die Wall Street war auch von Kursschwankungen bei der GameStop-Aktie geprägt, die teilweise ihre Vortagesgewinne wieder abgab. Der Auslöser für den Kurssprung vom Vortag war die öffentliche Bekanntgabe einer Wette auf Kursgewinne durch den Investor Keith Gill. Die Börsenaufsicht des Bundesstaates Massachusetts untersucht diesen Vorfall.
Der deutsche Leitindex DAX verzeichnete hingegen Verluste und schloss bei 18.405 Punkten, während auch der MDAX nachgab. Die zunehmende Zinsunsicherheit sowie schwächere Konjunkturdaten, insbesondere in den USA, belasteten die Stimmung an den Märkten. Die Investoren zeigten sich zurückhaltend, auch angesichts der erwarteten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank.
Die Märkte blicken nun gespannt auf den weiteren geldpolitischen Kurs der EZB sowie auf die anstehenden Arbeitsmarktdaten. Die Entwicklung der Ölpreise sowie weitere Ereignisse wie der Verkauf von Telekom-Aktien durch den Bund und die Verschiebung der Batteriefabrik in Kaiserslautern durch Mercedes-Benz und Stellantis beeinflussten ebenfalls das Marktgeschehen.
