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Deutschlandticket soll bestehen bleiben, aber teurer werden

Union und SPD planen ab 2027 ein neues Finanzierungsmodell mit Nutzerbeteiligung

2 Min
Deutschlandticket soll bestehen bleiben, aber teurer werden

Unterhändler von CDU, CSU und SPD setzen sich für den Erhalt des Deutschlandtickets im öffentlichen Nahverkehr ein. Nach einem internen Papier der Arbeitsgruppe Verkehr und Infrastruktur, Bauen und Wohnen soll der Preis des Tickets bis Ende 2026 stabil bei 58 Euro im Monat bleiben. Ab dem Jahr 2027 ist jedoch eine schrittweise und sozialverträgliche Erhöhung der Nutzerfinanzierung vorgesehen. Ziel sei es, sowohl für Kundinnen und Kunden als auch für Bund und Länder Planungssicherheit zu schaffen. Die Finanzierungskosten sollen künftig nach einem festen Schlüssel zwischen Bund und Ländern aufgeteilt werden.

Derzeit ist die Finanzierung des bundesweit gültigen Tickets nur bis Ende des Jahres 2025 durch Bundes- und Landesmittel gesichert. Pro Jahr stellt der Bund 1,5 Milliarden Euro bereit, um Einnahmeverluste bei den Verkehrsbetrieben auszugleichen. Die Länder beteiligen sich mit einer Summe in gleicher Höhe. Eine Fortführung des Deutschlandtickets über das Jahr 2025 hinaus würde eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes erforderlich machen.

Zu Beginn des Jahres war der Preis des Deutschlandtickets bereits von 49 auf 58 Euro pro Monat gestiegen. Seit Mai 2023 ermöglicht das Ticket bundesweit Fahrten im Nah- und Regionalverkehr zum einheitlichen Monatspreis und hat die zuvor komplexe Tarifstruktur deutlich vereinfacht. Trotz des Erfolgs ist die langfristige Finanzierung weiterhin umstritten. In den laufenden Koalitionsverhandlungen besteht über die künftige Ausgestaltung noch keine abschließende Einigung. Die Vorschläge der Arbeitsgruppe stehen zudem unter dem Vorbehalt der Finanzierung.

In der Union wurde das Deutschlandticket im Vorfeld der Bundestagswahl kritisch bewertet. Der CSU-Politiker Ulrich Lange äußerte im Dezember Zweifel an der Finanzierungsbasis des Tickets und sprach von Konstruktionsfehlern. Er betonte, der Bund mische sich in eine Länderaufgabe ein, während insbesondere der ländliche Raum durch das Angebot benachteiligt werde. Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter forderte, dass der Bund künftig die gesamten Kosten übernehmen müsse.

Die SPD hingegen will das Ticket dauerhaft erhalten. In ihrem Wahlprogramm betont sie die Bedeutung eines verlässlichen und günstigen Angebots. Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßte grundsätzlich die Absicht zur Fortführung des Tickets, warnte jedoch vor erneuten Preiserhöhungen. Diese könnten die Nutzerzahl gefährden und das Vertrauen der Bevölkerung in das Angebot schwächen.

DeutschlandticketMobilitätNachverkehrPreiserhöhung

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