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Deutschlands größter Vermieter will nachts die Heizung drosseln

Vonovia will Energie sparen, indem er die Heizung in den Gebäuden seiner Mieter über Nacht drosselt

2 Min
Deutschlands größter Vermieter will nachts die Heizung drosseln

Mit Beginn der Heizperiode im Herbst werden die Mieter ihre Heizkörper nur noch zwischen 23 Uhr und 6 Uhr nachts auf 17 Grad aufdrehen können, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Damit wolle man in der aktuellen Krise Energie und Gas einsparen, hieß es.

Nach Angaben von Vonovia hat die Umstellung keine Auswirkungen auf die Tagestemperaturen, und auch der Zugang zu heißem Wasser wird nicht beeinträchtigt, so dass sich die Mieter wie gewohnt waschen und duschen können.

Die Änderungen an der Heizungsanlage werden im Rahmen der routinemäßigen Wartungsarbeiten vor den kälteren Monaten durchgeführt. Es wird geschätzt, dass die Heizkosten um etwa acht Prozent sinken werden, sobald die Änderung in Kraft tritt.

Die Ankündigung von Vonovia erfolgte, nachdem bekannt wurde, dass eine sächsische Wohnungsbaugenossenschaft drastische Maßnahmen ergriffen hatte, um den Energieverbrauch in ihren Gebäuden zu minimieren - unter anderem wurde das Warmwasser für mehrere Stunden am Tag abgestellt.

Dies bedeutet, dass die Mieter der Wohnungsbaugenossenschaft Dippoldiswalde an Wochentagen nur noch am frühen Morgen und am späten Nachmittag warm duschen können. Auch die Heizungsanlagen sollen bis September ausgeschaltet bleiben.

Auch die Bundesnetzagentur hat sich in den letzten Wochen für eine Änderung der gesetzlichen Mindesttemperaturen für Mieter eingesetzt.

In einem Gespräch mit der Rheinischen Post sagte Klaus Müller Mitte Juni, Mieter sollten stärker unter Druck gesetzt werden, sich an den Energiesparbemühungen vor dem Winter zu beteiligen.

"Im Mietrecht gibt es Vorgaben, nach denen der Vermieter die Heizungsanlage so einstellen muss, dass eine Mindesttemperatur von 20 bis 22 Grad erreicht wird", sagte er. "Der Staat könnte die Vorgaben für Vermieter vorübergehend absenken. Darüber sind wir mit der Politik im Gespräch."

Die gesetzliche Mindesttemperatur liegt derzeit bei 16-17C in der Nacht und 20-22C am Tag.

Um die Energieversorgung in Deutschland über den Winter zu sichern, hat Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) strenge gesetzliche Vorgaben für die Befüllung der Gasspeicher gemacht.

Derzeit fließen nur 40 Prozent der üblichen Gaslieferungen durch die Nord Stream 1-Pipeline aus Russland nach Deutschland.

Bislang setzt Habeck vor allem auf Kampagnen, um Unternehmen und Haushalte zum Energiesparen zu bewegen.

Es ist jedoch möglich, dass Obergrenzen für den Energieverbrauch oder andere rechtliche Mechanismen - wie die Senkung der Temperaturen in gemieteten Gebäuden - eingesetzt werden, wenn sich die Situation weiter verschlechtert.

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