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Deutschland und Frankreich einigen sich auf Lockerung des Verbrenner-Aus

Die beiden größten EU-Volkswirtschaften ebnen den Weg für eine Abkehr vom geplanten Verbrenner-Aus bis 2035.

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Deutschland und Frankreich einigen sich auf Lockerung des Verbrenner-Aus

Deutschland und Frankreich haben sich auf eine gemeinsame Position zur Zukunft des Verbrennungsmotors verständigt. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sich beide Länder für eine Abkehr vom geplanten Verbrenner-Aus bis 2035 aus. Das beschlossene Paket soll die Zukunft der europäischen Automobilindustrie sichern. Über das entsprechende Positionspapier berichtete das Handelsblatt am Donnerstag.

Die Verständigung der beiden größten Volkswirtschaften der EU könnte eine Mehrheit im Rat der EU-Staaten ermöglichen. Damit rückt eine Lockerung der bisherigen Pläne in greifbare Nähe. Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, die Neuzulassung von Verbrennern nach 2035 zuzulassen. Europaparlament und Rat der EU-Mitgliedstaaten beraten nun über diesen Vorschlag. Ohne die Zustimmung beider Institutionen tritt er nicht in Kraft.

Bemerkenswert ist der Sinneswandel auf französischer Seite. Im Juni hatten sich Frankreich und sechs weitere EU-Länder noch gegen eine Lockerung ausgesprochen. Diese Länder könnten eine Entscheidung blockieren. Nun trägt Paris den Kurs mit, der vor allem von Deutschland und der Autoindustrie vorangetrieben wurde.

Kompromiss sieht 90 Prozent Emissionsreduktion vor

Der gefundene Kompromiss sieht vor, die Emissionen ab 2035 nur um 90 Prozent zu senken. Die verbleibenden 10 Prozent müssen nicht kompensiert werden. Die EU-Kommission wollte diese 10 Prozent ursprünglich durch CO2-neutrale Kraftstoffe ausgleichen. Hersteller könnten damit weiter Benziner und Diesel verkaufen, müssen aber den Grenzwert der Neuwagenflotte einhalten. Heimischer grüner Stahl und Aluminium sollen günstig angerechnet werden.

Für Privatanleger ist vor allem die Signalwirkung entscheidend. Sollte die Lockerung tatsächlich kommen, verlängert sich der Planungshorizont für klassische Antriebe. Das könnte die Bewertung von Herstellern und Zulieferern beeinflussen, die stark vom Verbrennungsmotor abhängen. Gleichzeitig bleibt der Druck, in Elektromobilität zu investieren, bestehen.

Deutschland macht Zugeständnisse bei Industrieförderung

Um Frankreich ins Boot zu holen, macht Deutschland Zugeständnisse bei der Industrieförderung. Die Förderung soll auf die EU, Großbritannien und den Europäischen Wirtschaftsraum beschränkt werden. Kaufprämien könnten damit auch für britische Autos genutzt werden. Deutschland hatte ursprünglich gefordert, Lieferanten aus der Türkei und Marokko einzubeziehen.

Carsten Schneider (SPD) verteidigte den Kurs. "Elektroautos werden sich in jedem Fall durchsetzen, weil sie technisch überlegen sind und man beim Fahren viel Geld sparen kann", sagte er. Er verwies zugleich auf die Anreize für grünen Stahl. Nach seinen Worten ist das Ziel der Bau von Elektroautos in Europa und nicht nur in China.

Kritik kommt von der Umweltorganisation T&E Deutschland. "Es ist bitter, dass die beiden größten Volkswirtschaften der EU den Kontinent jetzt so ausbremsen. Wer auf dem Weltmarkt bestehen will, muss auf Zukunftstechnologien setzen", hieß es. Die Organisation wertet die Einigung als Zugeständnis an die Autoindustrie.

Für Anleger bleibt die weitere Entwicklung im Europaparlament und im Rat entscheidend. Erst wenn beide Institutionen zustimmen, tritt der Vorschlag in Kraft. Bis dahin dürfte die Debatte um den Verbrennungsmotor die Kurse der Autowerte weiter bewegen.

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