Deutsche zahlen zunehmend ohne Bargeld
Karten und Smartphones lösen im In- und Ausland Scheine und Münzen ab

Das Bezahlen mit Karte oder Smartphone hat in Deutschland inzwischen das Bargeld als bevorzugtes Zahlungsmittel überholt. Einer aktuellen Umfrage zufolge greifen nur noch rund ein Drittel der Menschen hierzulande regelmäßig zu Schein und Münze, während eine Mehrheit im Alltag und auf Reisen lieber bargeldlos zahlt. Besonders deutlich wird der Wandel beim Blick auf das Zahlungsverhalten im Ausland: Dort begleichen inzwischen weniger als 36 Prozent der Befragten kleinere Beträge bar, vor zwei Jahren waren es noch mehr als die Hälfte.
Die Untersuchung des Vergleichsportals Verivox zeigt, dass sich der Trend innerhalb weniger Jahre erheblich verschoben hat. Während im Sommer 2023 noch 53 Prozent der Befragten angaben, einen Einkauf im Wert von 20 Euro auf Reisen innerhalb des Euroraums mit Bargeld zu bezahlen, liegt dieser Anteil nun nur noch bei etwa 35 Prozent. Damit hat sich die Vorliebe für bargeldlose Zahlungsmethoden sowohl im Inland als auch im Ausland durchgesetzt.
In Deutschland nutzen inzwischen gut 51 Prozent der Menschen am liebsten die Karte an der Ladenkasse. Besonders verbreitet ist dabei die Girocard, die oft noch als EC-Karte bezeichnet wird. Rund 30 Prozent gaben an, diese Variante zu bevorzugen. Zwölf Prozent setzen auf Debitkarten von Visa oder Mastercard, bei denen der fällige Betrag unmittelbar nach der Zahlung vom Konto abgebucht wird. Auch Kreditkarten spielen eine Rolle: Etwa neun Prozent nannten sie als bevorzugtes Zahlungsmittel im Inland.
Parallel dazu gewinnt das mobile Bezahlen an Bedeutung. Immerhin 14 Prozent der Befragten gaben an, am liebsten mit dem Smartphone zu bezahlen. Diese Entwicklung zeigt, dass digitale Verfahren inzwischen einen festen Platz im Zahlungsalltag vieler Menschen eingenommen haben.
Noch stärker als zuhause verzichten die Deutschen auf Auslandsreisen auf Bargeld. Innerhalb des Euroraums zahlen fast 55 Prozent der Befragten lieber mit Karte oder Smartphone. Außerhalb des Euroraums steigt der Anteil derjenigen, die bargeldlos bevorzugen, sogar auf mehr als 56 Prozent. Damit sind digitale Zahlungsmethoden inzwischen auch beim Einkauf am Strand oder beim Restaurantbesuch auf Reisen zur gängigen Praxis geworden.
Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, verweist auf den grundlegenden Wandel im Zahlungsverhalten. Die Deutschen hätten lange Zeit als besonders bargeldorientiert gegolten, mittlerweile aber greife die Mehrheit im Alltag und auf Reisen zur Karte oder zum Handy. Damit hat sich das Bild einer traditionell auf Bargeld fixierten Gesellschaft innerhalb kurzer Zeit sichtbar verändert.
