Deutsche Unternehmen profitieren von Indiens Börsenboom
Rekordgewinne für Hyundai und steigende Aktienkurse bei Siemens, BASF und Bosch

Die Aktienkurse deutscher Unternehmen verzeichnen derzeit einen bemerkenswerten Anstieg, wobei die Börse in Mumbai, Indien, eine Schlüsselrolle spielt. Besonders auffällig sind die Entwicklungen bei den Indien-Töchtern mehrerer deutscher Konzerne. So stiegen die Aktien des indischen Ablegers von BASF im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 200 Prozent, während die Aktien der indischen Siemens-Gesellschaft einen Anstieg von 120 Prozent verzeichneten. Auch die Indien-Tochter von Bosch konnte ihren Wert im vergangenen Jahr fast verdoppeln. Diese Entwicklung folgt der starken Performance der indischen Börsen, deren Leitindex Nifty 50 seit Beginn der Coronapandemie auf das Dreifache gestiegen ist.
Auch asiatische Unternehmen profitieren von dieser Dynamik. Ein prominentes Beispiel ist der südkoreanische Autohersteller Hyundai, der mit seinem jüngsten Börsengang in Indien einen Rekordwert erreichte. Der Konzern konnte durch den Verkauf eines Aktienpakets seiner Indien-Tochter 3,3 Milliarden US-Dollar einwerben, was den größten Börsengang des Jahres in Asien darstellt. Gleichzeitig ist es der größte Börsengang in der Geschichte Indiens. Investoren erwarben dabei 17,5 Prozent des Indien-Geschäfts von Hyundai, das insgesamt mit rund 19 Milliarden Dollar bewertet wird. Analysten bewerten das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 26 als hoch, insbesondere für indische Verhältnisse.
Trotz eines leichten Kursrückgangs aufgrund von Kapitalabflüssen nach China bleibt der indische Aktienmarkt einer der teuersten weltweit. Kleinanleger hielten sich angesichts der hohen Bewertung zurück, doch institutionelle Investoren sorgten dafür, dass die Emission zweifach überzeichnet war. Der Erfolg von Hyundai könnte andere internationale Konzerne dazu ermutigen, ebenfalls Teile ihres Geschäfts in Indien an die Börse zu bringen. Zu den potenziellen Kandidaten zählen unter anderem der koreanische Elektronikkonzern LG, der einen Börsengang im nächsten Jahr plant, sowie der US-Getränkeriese Coca-Cola und der Handelskonzern Walmart, die ähnliche Pläne für ihre Indien-Töchter verfolgen.
Deutsche Unternehmen sind schon lange am indischen Aktienmarkt vertreten. Siemens beispielsweise ist seit mehreren Jahrzehnten gelistet, und der Börsenwert seiner Indien-Tochter stieg in den letzten vier Jahren von fünf auf fast 30 Milliarden Euro. Auch Bosch bleibt fest in Indien verankert, nachdem es ein lokales Unternehmen übernommen und in Bosch Limited umbenannt hat.
