Deutsche Inflation sinkt mit fallenden Energiepreisen
Verbraucher spüren Erleichterung bei Energiekosten, während Lebensmittel weiterhin stark belasten

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im September so wenig gestiegen wie seit Februar 2022 nicht mehr. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf gesunkene Energiekosten zurückzuführen, die zuvor aufgrund des russischen Angriffs massiv angestiegen waren. Obwohl die Energiepreise nachgelassen haben, spüren die Bundesbürger im Supermarkt immer noch kaum Entlastung, da die Preise für Grundnahrungsmittel weiter steigen.
Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Verbraucherpreise im September um 4,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dies stellt zwar einen deutlichen Rückgang gegenüber dem August dar, als die Inflationsrate bei 6,1 Prozent lag, dennoch belasten weiterhin überdurchschnittlich gestiegene Nahrungsmittelpreise die Verbraucher. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Preise für Nahrungsmittel im September um 7,5 Prozent, wobei Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren (plus 15,3 Prozent) sowie Brot (plus 12,0 Prozent) besonders teuer wurden.
Die gesunkenen Energiepreise trugen ebenfalls zur Verringerung der Inflationsrate bei. Im September stiegen die Energiepreise gegenüber dem Vorjahresmonat um lediglich 1,0 Prozent. Erdgas (minus 5,3 Prozent) und Treibstoff (minus 6,0 Prozent) wurden günstiger, während leichtes Heizöl sogar 26,0 Prozent weniger kostete als im Vorjahr. Strom hingegen verteuerte sich um 11,1 Prozent.
Die Preise für Nahrungsmittel sind nach wie vor eine Belastung für Verbraucher, da sie sich für ihr Geld weniger leisten können. In einer Umfrage gaben 17,2 Prozent der Befragten an, aufgrund der hohen Teuerung kaum noch ihre Lebenshaltungskosten bezahlen zu können.
Experten erwarten, dass die Inflationsrate bis zum Jahresende weiter abnimmt. Führende Forschungsinstitute prognostizieren, dass die Inflationsrate im kommenden Jahr auf 2,6 Prozent zurückgeht, nachdem sie im laufenden Jahr durchschnittlich 6,1 Prozent erreicht hat.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bisher mit zehn aufeinanderfolgenden Zinserhöhungen auf die gestiegene Inflation im Euroraum und in Deutschland reagiert. Höhere Zinsen verteuern Kredite, was die Nachfrage dämpfen kann und hohen Inflationsraten entgegenwirkt. Die EZB strebt langfristig eine Inflationsrate von 2,0 Prozent im Euroraum an. Im September lag der Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), den die EZB für ihre Geldpolitik verwendet, in Deutschland bei 4,3 Prozent.
