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Deutsche Importpreise auf Talfahrt

Stärkster Rückgang seit 1986 - Entspannung bei der Inflation, aber nicht ohne Herausforderungen

2 Min
Deutsche Importpreise auf Talfahrt

Die deutschen Einfuhrpreise erlebten im August 2023 den stärksten Rückgang seit fast 37 Jahren, was auf eine weitere Entspannung bei der Inflation hindeutet. Laut dem Statistischen Bundesamt sanken die Einfuhrpreise im Durchschnitt um 16,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, was das größte Minus seit November 1986 darstellt.

Hauptverantwortlich für diesen Rückgang ist der Basiseffekt, der auf die hohen Preissteigerungen im Vorjahr aufgrund des Ukraine-Kriegs zurückzuführen ist. Bereits in den Vormonaten hatten sich die Einfuhren aufgrund dieses Effekts merklich verbilligt. Im Juli betrug der Rückgang 13,2 Prozent, und im Juni waren es 11,4 Prozent. Von Juli auf August stiegen die Preise jedoch erstmals wieder um 0,4 Prozent an, nachdem sie zuvor seit September 2022 durchgehend gesunken waren.

Die Einfuhrpreise haben auch Auswirkungen auf die Verbraucherpreise, da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht. Sinkende Einfuhrpreise führen daher verzögert zu einer geringeren Inflation. Im September 2023 stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um nur 4,5 Prozent, was den langsamsten Anstieg seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 darstellt.

Ein statistischer Effekt trug ebenfalls dazu bei, da im Vorjahresmonat das 9-Euro-Ticket auslief und die Fahrkartenpreise sprunghaft anstiegen. Im September 2023 waren die Fahrkarten dank des im Mai eingeführten Deutschlandtickets jedoch deutlich günstiger als im Vorjahresmonat.

Die Energieeinfuhren verzeichneten im August einen Rückgang von 54,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist hauptsächlich auf sinkende Preise für importiertes Erdgas zurückzuführen, das um 73,4 Prozent günstiger war als 2022. Auch Strom (-79,9 Prozent), Steinkohle (-61,4 Prozent), Mineralölerzeugnisse (-19,3 Prozent) und Erdöl (-23,0 Prozent) waren erheblich günstiger. Viele dieser Güter waren im Vorjahr aufgrund von Versorgungsengpässen aufgrund des Krieges teurer.

Die Preise für importierte Konsumgüter stiegen hingegen um 0,5 Prozent, insbesondere für Nahrungsmittel aus dem Ausland (+2,2 Prozent). Obst- und Gemüseerzeugnisse (+7,1 Prozent), Getränke (+6,5 Prozent) und Fleisch sowie Fleischerzeugnisse (+2,5 Prozent) waren besonders betroffen. Im Gegensatz dazu waren Milchprodukte 14,0 Prozent günstiger als im Vorjahr.

Die Einfuhrpreise ohne Energie fielen im Vergleich zum Vorjahr um lediglich 3,4 Prozent, was deutlich schwächer ist als mit Energie. Gegenüber dem Vormonat Juli 2023 fielen sie um 0,3 Prozent. Dieser Rückgang der Importpreise zeigt, wie wichtig die Energiekomponente für die Gesamtentwicklung ist.

ImportDeutschland

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