Deutsche Hersteller dominieren den E-Automarkt
Rückläufige Verkäufe bei ausländischen Marken und Herausforderungen im Auslandsgeschäft

Die Verkaufszahlen von Elektroautos in Deutschland sind im vergangenen Jahr erheblich zurückgegangen. Der Absatz brach um 27 Prozent ein, was vor allem auf das vorzeitige Ende der staatlichen Kaufprämie zurückgeführt wird. Dies führte zu einem insgesamt schwierigen Marktumfeld, in dem sich jedoch deutsche Autobauer behaupten konnten. Ihr Marktanteil stieg von 49 auf 61 Prozent. Besonders erfolgreich war Volkswagen mit 62.000 verkauften Einheiten, gefolgt von weiteren VW-Marken wie Skoda, Audi und Seat, die ebenfalls zu den meistverkauften Modellen zählten.
Im Gegensatz dazu hatten ausländische Hersteller wie Tesla, Stellantis und Renault mit deutlichen Einbußen zu kämpfen. Die Rückgänge lagen bei 42 Prozent für Tesla, 66 Prozent für Stellantis und 68 Prozent für Renault. Auch chinesische Hersteller wie BYD, Geely und SAIC konnten trotz Preisvorteilen und guter Ausstattung nur bedingt punkten. Ihr Marktanteil stieg lediglich moderat von acht auf zehn Prozent, fiel jedoch im vierten Quartal wieder auf acht Prozent zurück. Experten sehen weiterhin Herausforderungen für neue Anbieter, da der Aufbau von Vertrauen und Markenloyalität Zeit benötigt.
Auch deutsche Autobauer sind von der schwächelnden Nachfrage betroffen, vor allem im Ausland. Besonders außerhalb der EU können deutsche Premium-Elektroautos nicht mit vergleichbaren Verbrenner-Modellen mithalten. Die verschärften Emissionsvorgaben der EU stellen für viele Hersteller ein erhebliches Risiko dar, da die Verkaufszahlen von Elektroautos nicht ausreichen, um die Vorgaben zu erfüllen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, werden neben Preissenkungen auch günstige Finanzierungsangebote erwartet, während Verbrenner tendenziell teurer werden dürften.
Die allgemeine Stimmung in der deutschen Autoindustrie hat sich weiter verschlechtert. Der Geschäftsklimaindex des ifo-Instituts fiel im Dezember 2024 auf minus 34,7 Punkte, nachdem er im Vormonat bei minus 32,4 Punkten gelegen hatte. Die Erwartungen für die kommenden Monate zeigen eine zunehmende Skepsis, da der entsprechende Indikator von minus 30,9 auf minus 37,1 Punkte gesunken ist. Dies spiegelt die Unsicherheit der Branche angesichts der anhaltenden Herausforderungen wider.
Elektroautos bleiben weiterhin eine teure Anschaffung. Der Durchschnittspreis eines neuen Modells liegt bei rund 52.700 Euro. Während Verbrenner deutlich günstiger sind, steigt dennoch die Beliebtheit von Hybridfahrzeugen. Die Nachfrage nach reinen Elektroautos bleibt vorerst hinter den Erwartungen zurück.
