Deutsche Banken ziehen sich aus Immobilienfinanzierungen zurück
Stark gestiegene Zinsen und sinkende Bewertungen erschweren Projektentwicklungen deutlich

Deutsche Banken ziehen sich zunehmend aus der Finanzierung von Immobilien-Projektentwicklungen zurück. Einer Studie der International Real Estate Business School an der Universität Regensburg zufolge ist das Finanzierungsvolumen in diesem Bereich innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte gesunken. Grundlage der Untersuchung waren Daten und Interviews mit großen Kreditgebern wie der LBBW, der BayernLB, der DZ Hyp und der Deutschen Pfandbriefbank. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit den stark gestiegenen Zinsen, die die Immobilienmärkte unter Druck gesetzt haben. Die Studie zeigt, dass das Verhältnis von Darlehen zum Immobilienwert, auch als LTV bekannt, um zwei Prozentpunkte gesunken ist und im Jahr 2023 bei durchschnittlich 64 Prozent lag. Im Jahr 2013 betrug dieser Wert noch 74 Prozent, was den deutlichen Rückgang in diesem Bereich verdeutlicht.
Die stark gestiegenen Zinsen der letzten beiden Jahre führten zu sinkenden Immobilienbewertungen, was besonders Kreditnehmer hart traf. Vor allem Projektentwickler waren von dieser Entwicklung betroffen und sahen sich vermehrt mit Insolvenzen konfrontiert. Die Autoren der Studie berichten, dass das Finanzierungsvolumen für Immobilien-Projektentwicklungen im Jahr 2022 von 7,7 Milliarden Euro auf nur noch 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2023 sank. Dies entspricht einem Rückgang von fast 50 Prozent in nur einem Jahr. Diese Entwicklung trifft nicht nur Projektentwickler, sondern wirkt sich auf die gesamte Immobilienfinanzierung aus.
Laut der Studie schrumpfte das Neugeschäft deutscher Banken im Bereich der Immobilienfinanzierung im Durchschnitt um 31,9 Prozent im vergangenen Jahr, verglichen mit dem Vorjahr. Die genauen Werte variierten zwischen den einzelnen Kreditinstituten, jedoch war in allen Fällen ein negativer Trend zu verzeichnen. Der stärkste Rückgang betrug fast 57 Prozent. Trotz dieser insgesamt negativen Entwicklung gibt es bei den Banken kaum Anzeichen für eine baldige Verbesserung der Lage. Die Mehrheit der befragten Institute geht davon aus, dass das Neugeschäft bei Immobilienkrediten im laufenden Jahr entweder stagnieren oder weiterhin rückläufig sein wird.
