Deutsche Bank und Trump – alte Verbindungen, neue Herausforderungen
Trumps Rückkehr ins Weiße Haus bringt ungelöste Probleme ans Licht

Donald Trump ist nach seinem Wahlsieg erneut ins Weiße Haus eingezogen, was die Deutsche Bank vor neue Herausforderungen stellt. Der ehemalige Kunde war einst einer der prominentesten Klienten des Frankfurter Instituts, doch die Geschäftsbeziehungen endeten bereits vor einigen Jahren. John Reid, ein Analyst der Deutschen Bank, beschreibt das politische Comeback Trumps als „bemerkenswert“, während das Geldhaus sich offiziell nicht zu aktuellen oder potenziellen Kundenbeziehungen äußern will. Amerikanischen Medienberichten zufolge haben sich die Wege der Bank und Trumps jedoch dauerhaft getrennt, und bisher hat die Deutsche Bank diese Darstellungen nicht dementiert.
Nachdem Trump den Sturm auf das Kapitol im Jahr 2021 auslöste, zog die Deutsche Bank endgültig Konsequenzen und beschloss, keine neuen Geschäfte mit dem Trump-Clan mehr einzugehen. Zu diesem Zeitpunkt war Trump der Bank noch 340 Millionen Dollar schuldig, eine Summe, die er eigenen Angaben zufolge inzwischen vollständig zurückgezahlt hat. Trotz der beendeten Geschäftsbeziehung blieben die Probleme für das Geldhaus bestehen. Anfang 2024 wurde Trump von einem Gericht in New York zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, über Jahre hinweg den Wert seines Immobilienimperiums künstlich in die Höhe getrieben zu haben, was ihm günstigere Konditionen bei Kreditvergaben sicherte. Auch die Deutsche Bank soll von Trumps Finanzmanipulationen betroffen gewesen sein.
Die enge, aber oft komplizierte Beziehung zwischen Trump und der Deutschen Bank wird auf eine bestimmte Person zurückgeführt: die Bankerin Rosemary Vrablic. Sie wechselte 2006 von der Bank of America zur Deutschen Bank und warb 2011 Trump als Kunden an. Zu diesem Zeitpunkt galt der Unternehmer als finanziell riskant, und andere Banken zeigten kaum Interesse an einer Zusammenarbeit. Doch die Deutsche Bank hatte bereits in der Vergangenheit negative Erfahrungen mit Trump gemacht. So verklagte Trump das Geldhaus 2008, nachdem er einen Kredit nicht bedienen konnte. Seine Argumentation, die Bank sei mitverantwortlich für die Finanzkrise und schulde ihm daher Geld, sorgte damals für Aufsehen. 2010 kam es zu einer Einigung, doch die Zusammenarbeit blieb schwierig. Vrablic verließ die Deutsche Bank 2020 nach einer internen Untersuchung über einen privaten Immobiliendeal, an dem auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner beteiligt gewesen sein soll.
Trotz der turbulenten Vergangenheit scheinen Investoren die Wiederwahl Trumps gelassen zu betrachten. Am Mittwoch stieg die Aktie der Deutschen Bank um etwa drei Prozent.
