Deutsche Bank überrascht mit starkem Quartalsgewinn
Investmentbanking übertrifft Erwartungen, Sewing sieht Jahresziele auf Kurs

Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal 2025 überraschend einen Gewinnanstieg um sieben Prozent erzielt und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Überschuss, der den Aktionären zurechenbar ist, belief sich auf 1,56 Milliarden Euro, nachdem im Vorjahresquartal ein Gewinn von 1,46 Milliarden Euro erzielt worden war. Analysten hatten lediglich mit einem Ergebnis von rund 1,34 Milliarden Euro gerechnet. Haupttreiber war einmal mehr das Investmentbanking, das von einer starken Entwicklung im Anleihehandel und bei der Emission von Schuldtiteln profitierte.
Die Erträge im Investmentbanking stiegen im Quartal um 18 Prozent und übertrafen damit die Prognosen, die im Schnitt von einem Zuwachs von rund 11 Prozent ausgegangen waren. Besonders stark zeigte sich der Handel mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen, der um 19 Prozent zulegte. Auch das Geschäft mit Emissionen und Beratungsmandaten, das zuletzt unter Druck gestanden hatte, konnte um 27 Prozent wachsen. Damit positionierte sich die Deutsche Bank im europäischen Vergleich vor Konkurrenten wie BNP Paribas und Barclays, deren Ergebnisse schwächer ausfielen.
Konzernchef Christian Sewing äußerte sich zuversichtlich, dass die Bank auf gutem Weg sei, ihre Finanzziele für 2025 zu erreichen. Seit der Beginn seiner Restrukturierungsstrategie vor fünf Jahren hat sich die Deutsche Bank weitgehend stabilisiert und kehrt nun regelmäßig in die Gewinnzone zurück. Dies stellt einen deutlichen Fortschritt gegenüber den verlustreichen Jahren dar, in denen das Institut mit Altlasten und hohen Kosten zu kämpfen hatte.
Während das Investmentbanking den größten Beitrag leistete, entwickelten sich die übrigen Bereiche gemischt. Die Privatkundensparte konnte ihre Erträge um vier Prozent steigern, was den Erwartungen entsprach, während der Unternehmensbereich einen leichten Rückgang von einem Prozent verzeichnete. Die Fondstochter DWS meldete hingegen ein kräftiges Gewinnwachstum von 34 Prozent.
Sewing bezeichnete das kommende Jahr 2025 als „Jahr der Bewährung“, da dann die selbst gesteckten Ziele bei Kosten und Profitabilität erreicht werden sollen. Parallel arbeitet die Bank an neuen strategischen Plänen für die Zeit danach. Diese sollen im November vorgestellt werden und könnten auch Anpassungen der bisherigen Strategie beinhalten.
