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Deutsche Bank kämpft mit Milliardenkosten und Gewinneinbruch

Rechtsstreit um Postbank-Übernahme und Börsenreaktionen belasten das Finanzinstitut

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Deutsche Bank kämpft mit Milliardenkosten und Gewinneinbruch

Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet, der insbesondere durch hohe Entschädigungszahlungen an frühere Postbank-Aktionäre bedingt war. Die juristischen Auseinandersetzungen rund um die Übernahme der Postbank schlugen mit rund 1,7 Milliarden Euro zu Buche. Dies wirkte sich erheblich auf das Geschäftsergebnis aus: Der Vorsteuergewinn des DAX-Konzerns sank um sieben Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn fiel sogar um 36 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte die Bank noch von einem steuerlichen Sondereffekt profitiert, der das Ergebnis entsprechend positiv beeinflusst hatte.

Bankchef Christian Sewing bezeichnete 2024 als ein „wichtiges Übergangsjahr“ und betonte in einem Brief an die Mitarbeiter, dass die Bank im vierten Quartal weitere Schritte unternommen habe, um alte Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Besonders der langjährige Rechtsstreit um die Postbank-Übernahme belastete das Institut. Im Oktober 2024 hatte das Oberlandesgericht Köln entschieden, dass die Kläger umfassend recht bekommen. Die Deutsche Bank geht gegen dieses Urteil juristisch vor dem Bundesgerichtshof vor, muss aber mit weiteren finanziellen Belastungen rechnen.

Neben den Auseinandersetzungen um die Postbank sieht sich die Deutsche Bank auch in Polen mit Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Dort musste die polnische Tochtergesellschaft ihr Kapital um 310 Millionen Euro erhöhen, um den Belastungen aus Fremdwährungskrediten entgegenzuwirken. Trotz dieser Herausforderungen gab es auch positive Entwicklungen: Das Investment-Geschäft entwickelte sich im vergangenen Jahr äußerst erfolgreich. Die Erträge stiegen um 15 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro, wobei allein im vierten Quartal ein Anstieg um 30 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro verzeichnet wurde. Die Fondstochter DWS profitierte von starken Zuflüssen, insbesondere im ETF-Bereich, und konnte das verwaltete Vermögen auf über eine Billion Euro steigern. Der Gewinn in diesem Bereich stieg um 19 Prozent auf 655 Millionen Euro.

Die Deutsche-Bank-Aktie reagierte an der Börse negativ auf die Nachrichten. Die Papiere des Konzerns verloren zum Handelsstart in Frankfurt mehr als 4,7 Prozent und waren damit der schwächste Wert im DAX. Nach einer deutlichen Kurssteigerung von rund 17 Prozent seit Jahresbeginn kam es zu Gewinnmitnahmen. Dennoch zeigte sich das Institut optimistisch für das Jahr 2025. Finanzvorstand James von Moltke betonte, dass sich die Bank ambitionierte Ziele gesetzt habe. Das Institut plane, das Renditeziel von mehr als zehn Prozent zu erreichen und die Kapitalausschüttungen an die Aktionäre weiter zu erhöhen. Insgesamt sollen 2,1 Milliarden Euro an die Anteilseigner ausgeschüttet werden.

Trotz der ehrgeizigen Gewinnziele zeigt sich das Institut bei den Kosten weniger ambitioniert. Ursprünglich war eine Aufwand-Ertrag-Relation von unter 62,5 Prozent angestrebt worden, nun rechnet die Bank nur noch mit einem Wert unter 65 Prozent. Vorstandschef Sewing betonte, dass Kostendisziplin weiterhin oberste Priorität habe. Die Deutsche Bank befindet sich somit in einer Phase der finanziellen Konsolidierung, in der sowohl juristische Herausforderungen als auch strategische Ziele für das kommende Jahr im Fokus stehen.

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