Deutsche Bank hält an Euro-Prognose von 1,17 fest
Trotz Dollar-Stärke sieht die Deutsche Bank den Euro im aktuellen Band von 1,13 bis 1,20 gefestigt.

Die Deutsche Bank geht davon aus, dass der Euro seinen aktuellen Handelsbereich gegenüber dem US-Dollar halten wird, anstatt darunter zu brechen. Derzeit notiert das Währungspaar EUR/USD nahe dem unteren Ende seines diesjährigen Bandes von 1,13 bis 1,20. Trotz dieser Positionierung behält das Institut seine Prognose von 1,17 für das Jahresende bei.
Als ersten Faktor, der einer weiteren Stärkung des Dollars entgegenwirkt, führt die Bank ein robustes globales Wachstum an, das durch Investitionen in künstliche Intelligenz (AI) und strategische Autonomie getrieben wird. Diese Dynamik zeigt sich in verschiedenen Regionen der Weltwirtschaft und stützt die Risikoneigung der Anleger.
Konkrete Belege für diese Entwicklung liefert die Deutsche Bank gleich mit: Das BIP-Wachstum im Vereinigten Königreich im ersten Halbjahr wurde heute aufgrund der IT-Ausgaben nach oben revidiert. Zudem hat die Reserve Bank of Australia die Zinsen erneut angehoben, gestützt auf die wirtschaftliche Resilienz Australiens. Auch die Überraschungen bei den globalen Daten bleiben auf dem Jahreshoch.
China und Europa stützen das globale Bild
China hat weitere Konjunkturprogramme angekündigt, was zusätzliche Impulse für die Weltwirtschaft verspricht. Auch die europäischen Einkaufsmanagerindizes (PMIs) deuten auf ein über dem Trend liegendes BIP-Wachstum hin. Diese Signale untermauern die These der Deutschen Bank, dass die globale Wachstumsdynamik den Dollar nicht ungebremst steigen lässt.
Ein weiterer zentraler Punkt in der Analyse der Bank betrifft die Geldpolitik der US-Notenbank. Laut der Deutschen Bank scheint die langfristige Zinsprognose der Federal Reserve nun abgeschlossen zu sein. Williams, Präsident der New York Fed, hatte sich in der Nacht zuvor gegen aufeinanderfolgende Zinserhöhungen ausgesprochen. Weitere Zinserhöhungen in den USA dürften demnach eher auf einen höheren Term Premium zurückzuführen sein, was historisch gesehen keine Dollar-Aufwertung unterstützt.
Das Fixed-Income-Team der Bank hat U.S. Steepener positioniert und bevorzugt japanische Staatsanleihen gegenüber U.S. Treasurys. Der Schock bei den Energiepreisen werde zunehmend eingepreist, wobei die Risiken tendenziell in Richtung Verbesserung gewichtet seien, so die Bank.
Energiepreise und Geopolitik im Fokus
Die Ölflüsse im Nahen Osten normalisieren sich, was mit Ölpreisen nahe 90 US-Dollar pro Barrel bis zum Jahresende übereinstimmt. Der Markt preise ein erhebliches Risikoaufschlag ein, während der kommende Zeitraum maximale Anreize für eine Deeskalation zwischen den USA und dem Iran biete. Hintergrund ist, dass die Verwaltung vor den Zwischenwahlen einen Erfolg erzielen wolle.
Das sogenannte FX-Blueprint der Deutschen Bank sieht weiterhin, dass der EUR/USD bis zum Jahresende 1,17 erreichen wird, anstatt unter den aktuellen Bereich zu fallen. Für deutsche Anleger bedeutet dies, dass die Devisenstrategen der Bank kurzfristige Schwächephasen des Euro nicht als nachhaltigen Bruch nach unten interpretieren.
Für den hiesigen Markt ist die Einschätzung insofern relevant, als ein stabiler bis stärkerer Euro die Importpreise dämpfen und damit auch den Inflationsdruck in der Eurozone mildern kann. Ein schwächerer Dollar verbessert zudem die Wettbewerbsbedingungen für europäische Unternehmen mit US-Geschäft. Anleger, die auf Währungsentwicklungen setzen, sollten die Prognose der Deutschen Bank jedoch als eine Einschätzung unter vielen betrachten und die weiteren globalen Konjunkturdaten sowie die Geldpolitik der Fed aufmerksam verfolgen.
