Deutsche Bank erzielt höchsten Quartalsgewinn seit 2007
Starker Halbjahresüberschuss, bessere Kennzahlen und optimistische Prognose für das Gesamtjahr

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres einen Gewinn von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftet – so viel wie seit 2007 nicht mehr. Auch das erste Halbjahr verlief außergewöhnlich erfolgreich: Der Überschuss kletterte auf insgesamt 3,3 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 200 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit übertraf das Institut deutlich die Erwartungen der Analysten und meldete das beste Halbjahresergebnis seit der Finanzkrise.
Vorstandschef Christian Sewing zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung und sprach bei der Vorlage der Zwischenbilanz in Frankfurt von einem wichtigen Meilenstein. Die Bank befinde sich auf Kurs, ihre mittelfristigen Ziele zu erreichen. Besonders die Rendite auf das materielle Eigenkapital habe sich positiv entwickelt: Sie lag im zweiten Quartal bei 10,1 Prozent und im Halbjahr sogar bei 11,0 Prozent. Damit nähert sich das Institut einem der Kernziele, das Sewing seit 2022 verfolgt – eine Eigenkapitalrendite von über zehn Prozent.
Einen zusätzlichen Schub brachte ein Basiseffekt: Im zweiten Quartal 2024 hatten Rückstellungen im Zusammenhang mit der Postbank-Übernahme zu einem Verlust von 143 Millionen Euro geführt. Diese Belastung entfiel nun. Auch bei den Erträgen verzeichnete die Bank Fortschritte: Sie stiegen um drei Prozent auf 7,8 Milliarden Euro und lagen damit über den Prognosen der Analysten, die im Mittel mit 7,66 Milliarden Euro gerechnet hatten. Gleichzeitig verbesserte sich die Aufwand-Ertrag-Relation auf 62,3 Prozent, womit auch hier das Ziel für 2025 – weniger als 65 Prozent – bereits erreicht ist.
Für die Aktionäre gibt es ebenfalls positive Signale. Sewing kündigte an, die Ausschüttungen über das Jahr 2025 hinaus weiter steigern zu wollen. Diese Ankündigung beflügelte den Aktienkurs: Das Papier der Deutschen Bank stieg im frühen Handel in Frankfurt um rund drei Prozent auf 27,36 Euro – der höchste Stand seit dem Herbst 2015.
Trotz aller Erfolge bleibt das Institut zurückhaltend bei Übernahmeplänen. Finanzchef James von Moltke stellte klar, dass es kein Interesse an einer Beteiligung am laufenden Übernahmepoker um die Commerzbank gebe. Die Deutsche Bank konzentriere sich weiterhin auf ihre eigene Strategie. Zugleich sieht Sewing in den Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik nicht nur Risiken, sondern auch Chancen, etwa durch ein wachsendes Kundeninteresse an Europa.
