Deutsche Bank erwartet 11 Milliarden Dollar für US-Aktien aus Steuererstattungen
Wöchentliche Zuflüsse bis Mitte April prognostiziert – Konsumausgaben könnten zusätzlich profitieren

US-Aktien dürften in den kommenden Wochen erhebliche Kapitalzuflüsse verzeichnen. Die Deutsche Bank rechnet mit wöchentlichen Investitionen von etwa 11 Milliarden US-Dollar, die aus Steuererstattungen stammen. Parag Thatte, Stratege bei der Deutschen Bank, geht davon aus, dass dieser Trend bis Mitte April anhalten wird.
Historisch betrachtet entfällt rund ein Drittel der jährlichen Zuflüsse in US-Aktien auf den Zeitraum zwischen Mitte Februar und Mitte April. Die Ökonomen der Deutschen Bank prognostizieren für dieses Jahr zusätzliche Steuerrückerstattungen für Privatpersonen zwischen 50 und 100 Milliarden US-Dollar. Diese Mittel könnten nicht nur in den Aktienmarkt fließen, sondern auch die Konsumausgaben ankurbeln.
Thatte weist allerdings darauf hin, dass die Auswirkungen auf die Aktienmärkte möglicherweise schwächer ausfallen als 2021. Damals waren die staatlichen Konjunkturzahlungen deutlich höher ausgefallen. Zudem spielen die Markteinschätzungen bezüglich Wachstum und Risiko eine entscheidende Rolle dafür, ob sich die Steuerrückerstattungen tatsächlich in Kursgewinnen niederschlagen.
Fragiler Risikoappetit dämpft Erwartungen
Der Stratege stellt fest, dass der Risikoappetit der Anleger in diesem Jahr bislang fragil war. Als Beispiel nennt er den KI-gesteuerten Ausverkauf bei Softwareaktien, der die Märkte belastet hatte. Diese Vorsicht könnte die positiven Effekte der Steuererstattungen teilweise kompensieren.
In einer separaten Analyse berichtet die Deutsche Bank von erfreulichen Entwicklungen bei den weltweiten Unternehmensgewinnen. Im vierten Quartal stiegen diese um etwa 15 Prozent und erreichten damit den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Haupttreiber waren die Schwellenländer und die USA.
Prognosen für 2026 angehoben
Aufgrund der positiven Gewinnentwicklung hat die Deutsche Bank ihre Prognosen für das erste Quartal und das Gesamtjahr 2026 nach oben korrigiert. Besonders deutliche Heraufstufungen erfuhren Südkorea und Taiwan, was die Bank mit der anhaltend starken Nachfrage nach Technologien im Bereich künstliche Intelligenz begründet. Diese Märkte profitieren überproportional vom globalen KI-Boom.
