Deutsche Bank beendet Rechtsstreit mit Palladium
Außergerichtliche Einigung über Derivategeschäfte nach internen Untersuchungen

Die Deutsche Bank hat ihren Rechtsstreit mit der spanischen Hotelgruppe Palladium außergerichtlich beigelegt, was die hochriskanten Währungsderivate betrifft, die das Institut verkauft hatte. Palladium hatte die Bank auf 500 Millionen Euro Schadenersatz verklagt, nachdem eine interne Untersuchung ergab, dass die Investmentbanker der Deutschen Bank mutwillig riskante Produkte an ihre Kunden verkauft hatten.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte die Einigung, wollte jedoch keine Details zu den genauen Bedingungen der Vereinbarung preisgeben, da diese vertraulich seien. Er betonte jedoch, dass die gezahlte Summe bereits in den Prognosen für Rechtskosten enthalten sei, die das Institut für das zweite Quartal veröffentlicht hatte.
Die Bank hat für das zweite Quartal Rückstellungen von insgesamt 1,5 Milliarden Euro vorgenommen, wovon der größte Teil auf einen anderen Rechtsstreit mit Altaktionären der Postbank entfällt. Die verbleibenden 200 Millionen Euro sind für verschiedene Rechtsfälle reserviert, darunter auch die Auseinandersetzung mit Palladium.
Die Derivate, um die es in dem Streit ging, waren zur Absicherung von Währungsrisiken gedacht und wurden zwischen 2013 und 2019 an mittelständische Unternehmen in Spanien verkauft. Nach der internen Untersuchung hatten die Mitarbeiter der Londoner Einheit der Deutschen Bank diese Derivate als sicher und kostengünstig angepriesen, obwohl sie mit erheblichen Risiken verbunden waren.
Palladium hatte argumentiert, dass die Bank ihre Erfahrung mit Derivaten überschätzt habe und sie nicht angemessen über die Risiken informiert habe. Dies führte dazu, dass Palladium 2021 Klage vor einem Gericht in Großbritannien einreichte und eine Entschädigung von 500 Millionen Euro forderte. Der Prozess sollte Anfang 2025 beginnen, wurde aber durch die außergerichtliche Einigung vermieden.
Die Deutsche Bank dürfte auch aus Imagegründen an einer schnellen Beilegung des Streits interessiert gewesen sein, da sie derzeit eine neue Marketingkampagne plant, die sich auf die Kundenzufriedenheit konzentriert. Trotz der Einigung könnte das Institut weiterhin rechtliche Konsequenzen aus dem Fall befürchten, insbesondere nachdem die spanische Börsenaufsicht ein Verfahren wegen möglicher Falschberatung eingeleitet hatte.
In den vergangenen Jahren stand die Deutsche Bank aufgrund verschiedener Skandale und Schwächen in ihren Kontrollsystemen wiederholt in der Kritik. Die internen Untersuchungen im Zusammenhang mit dem "Project Teal" zeigten ebenfalls Mängel in den internen Kontrollmechanismen auf, die das Vertrauen in die Bank weiter erschütterten.
