Deutsche Bahn gibt ServiceStores an Bahnhöfen ab
Franchise-Betreiber übernehmen Läden, Marke ServiceStore verschwindet bis Ende 2026

Die Deutsche Bahn zieht sich aus dem Geschäft mit den sogenannten ServiceStores an Bahnhöfen zurück. Die kleinen Läden, die seit vielen Jahren zum gewohnten Bild an zahlreichen Bahnstationen gehören, werden künftig nicht mehr unter dem Markennamen der Deutschen Bahn betrieben. Die Bahn teilte mit, dass die Geschäfte auch weiterhin bestehen bleiben und sogar modernisiert werden sollen. Allerdings laufen sie künftig unter den Markennamen der jeweiligen Betreiber und nicht mehr unter dem bekannten Logo der DB.
Der Konzern begründet diesen Schritt damit, sich stärker auf das eigentliche Kerngeschäft an den Bahnhöfen konzentrieren zu wollen. Ziel sei es, die Stationen für Reisende attraktiver zu gestalten. Dazu zählen unter anderem verbesserte Informationen für Fahrgäste und sanierte Anlagen. Die Aufgabe der ServiceStores soll es ermöglichen, die vorhandenen Ressourcen gezielter in diese Maßnahmen zu investieren.
Aktuell gibt es deutschlandweit rund 200 dieser ServiceStores, vor allem an kleinen und mittleren Bahnhöfen. Das Geschäftsmodell basiert auf einem Franchise-System, bei dem private Anbieter die Läden betreiben. Die ServiceStores wurden im Jahr 1998 eingeführt, um kleineren Kiosk-Betreibern den Einstieg in den Bahnhofsbetrieb zu erleichtern. Die Realität entwickelte sich jedoch anders. Laut Angaben der Bahn übernahmen überwiegend einige wenige größere Marktführer mit viel Erfahrung im Bereich Reisebedarf die Standorte.
Die bestehenden Vertragspartner der Bahn sollen künftig die Möglichkeit haben, die bisherigen ServiceStores unter ihrer eigenen Marke weiterzuführen. Ein vollständiger Markenwechsel ist vorgesehen. Die Deutsche Bahn plant, die Marke ServiceStore DB bis spätestens Ende 2026 vollständig vom Markt zu nehmen. Für die Reisenden bedeutet dies vorerst keine wesentliche Veränderung im Angebot, da die Läden weiterhin Snacks, Getränke und Zeitungen verkaufen sollen. Die optische und organisatorische Verantwortung liegt dann jedoch allein bei den jeweiligen Betreibern.
Mit der Abgabe des Geschäftsbereichs trennt sich die Deutsche Bahn nach rund 28 Jahren von einem Angebot, das viele Reisende mit ihren Bahnfahrten verbinden. Die Entscheidung betrifft vor allem kleinere Standorte, an denen die ServiceStores in den vergangenen Jahrzehnten einen festen Platz im Serviceangebot eingenommen hatten. Die Bahn betont, dass trotz des Markenwechsels das Angebot an den Bahnhöfen erhalten bleibt.
