Deutsche Autobauer steigerten US-Absätze vor Zöllen
Vorzieheffekte sorgten für Zuwächse, doch langfristig drohten hohe Belastungen

Deutsche Autobauer verzeichneten im wichtigen US-Markt im ersten Quartal 2025 überwiegend Zuwächse. Volkswagen und BMW konnten ihre Absatzzahlen in den Vereinigten Staaten steigern, während Audi einen leichten Rückgang hinnehmen musste. Hintergrund der Entwicklung war offenbar die Ankündigung der US-Regierung, höhere Einfuhrzölle auf Autoimporte aus der Europäischen Union zu erheben. Viele Konsumentinnen und Konsumenten nutzten die Aussicht auf bevorstehende Preissteigerungen, um noch vor Inkrafttreten der Maßnahmen Fahrzeuge zu kaufen.
Volkswagen meldete ein Absatzplus von 7,1 Prozent und lieferte in den ersten drei Monaten des Jahres 87.915 Fahrzeuge aus. Besonders gefragt waren der SUV Taos, die Limousine Jetta sowie das Elektroauto ID.4. Zudem fand der neu eingeführte Elektro-Bulli ID.Buzz direkt rund 1.900 Käuferinnen und Käufer. Weniger erfreulich verlief das Quartal für die Konzerntochter Audi. Die Ingolstädter verkauften rund drei Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum und kamen auf 42.710 Einheiten. Im Monat März legte Audi allerdings mit einem Anstieg von acht Prozent zu.
Auch BMW profitierte von der damaligen Marktentwicklung. Das Unternehmen steigerte die Auslieferungen um 3,7 Prozent auf 87.615 Fahrzeuge. Einen wesentlichen Anteil daran hatten die vollelektrischen Modelle, deren Absatz um 26,4 Prozent auf 13.538 Fahrzeuge wuchs. Die klassischen Limousinen von BMW konnten sich gegenüber den SUV-Modellen behaupten. Die BMW-Tochter Mini erhöhte ihre Verkäufe im selben Zeitraum um 9,5 Prozent auf 6.976 Fahrzeuge.
Die offiziellen Zahlen von Mercedes-Benz und Porsche für das erste Quartal lagen zunächst noch nicht vor. Die Ergebnisse von Volkswagen, BMW und Audi deuteten jedoch darauf hin, dass die von der US-Regierung angedrohten Zölle bereits zu sogenannten Vorzieheffekten geführt hatten. US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt angekündigt, die bisherigen Einfuhrzölle von 2,5 Prozent auf Pkw aus der EU um weitere 25 Prozent zu erhöhen.
Trump verfolgte mit den Maßnahmen das Ziel, das Handelsdefizit der USA zu verringern und mehr Produktion ins eigene Land zu verlagern. Fachleute äußerten jedoch Zweifel an der Wirksamkeit dieser Strategie. Die Auswirkungen könnten für deutsche Hersteller besonders gravierend sein, da viele ihrer US-Importe direkt aus Europa stammten. Anders als in China, wo deutsche Konzerne überwiegend vor Ort produzierten, waren die transatlantischen Handelsverflechtungen enger. Ein Einbruch der US-Verkaufszahlen könnte daher insbesondere die europäischen Werke treffen. BMW spürte zudem bereits die Folgen verschärfter Regeln im Rahmen des nordamerikanischen Handelsabkommens USMCA und kalkulierte entsprechende Belastungen ein.
