Deutsche Autobauer setzen auf Sicherheit beim autonomen Fahren
Tesla erhöht den Druck mit ambitionierten Plänen für Robotaxis und autonome Vans

Die deutschen Automobilhersteller setzen beim automatisierten Fahren auf einen evolutionären Ansatz, während Tesla mit seinen ehrgeizigen Ankündigungen Druck auf die Branche ausübt. Tesla präsentierte kürzlich sein Robotaxi und einen autonom fahrenden Van in Hollywood und deutete an, dass diese Fahrzeuge ab Ende 2026 auch für Privatpersonen verfügbar sein könnten. Während Mercedes, BMW und Volkswagen ebenfalls das Potenzial des autonomen Fahrens erkennen, betonen sie ihre Sicherheitsprioritäten und die schrittweise Einführung dieser Technologie.
Volkswagen hat bereits autonom fahrende Shuttles in Städten wie Hamburg und München sowie in den USA im Einsatz. Ab 2025 sollen in Hamburg erste Testfahrten mit Kunden angeboten werden. Zu Teslas jüngsten Ankündigungen äußerte sich VW jedoch nicht direkt. Mercedes betonte auf Nachfrage, dass es im Bereich des hochautomatisierten Fahrens führend sei und einen Schritt-für-Schritt-Ansatz verfolge, der auf Sicherheit basiere. Dabei setzen die deutschen Hersteller auf Radar- und Lidar-Sensoren, die als besonders zuverlässig gelten, während Tesla ausschließlich auf Kameras setzt.
Trotz der zurückhaltenden Reaktionen der deutschen Autobauer zeigt sich hinter vorgehaltener Hand ein gewisser Respekt vor Teslas Präsentation. Ein hochrangiger deutscher Manager wies jedoch darauf hin, dass das Robotaxi ein risikoreiches Vorhaben sei. Sollten Teslas Pläne, das Cybercab ab 2027 zu einem Preis von 30.000 Dollar anzubieten, Realität werden, könnte dies die Aufmerksamkeit der deutschen Hersteller verstärkt auf das autonome Fahren lenken.
Im Gegensatz zu Tesla, das auf die höchste Stufe des autonomen Fahrens (Level 5) abzielt, verfolgen die deutschen Unternehmen eine schrittweise Herangehensweise von Level 2 bis Level 4. Mercedes plant beispielsweise, bis Ende des Jahres ein Update seines „Drive Pilot“ für Level-3-Fahrten bis zu 95 km/h herauszubringen. BMW arbeitet ebenfalls daran, die Technologie für höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen.
Experten wie der Analyst Moritz Kronenberger und der Autoexperte Stefan Bratzel äußerten sich skeptisch über Teslas Kameralösung und die wirtschaftliche Umsetzbarkeit der Pläne. Sie betonten, dass die deutsche Vorgehensweise realistischer sei, insbesondere angesichts der noch offenen Fragen zu Regulatorik und Haftung. Trotz Musks ambitionierten Ankündigungen zweifeln viele daran, dass seine Fahrzeuge wie geplant bis 2027 im großen Stil auf den Straßen sein werden.
