Deutsche Autobauer BMW und VW erfolgreich, aber chinesische Konkurrenz wächst
VW-Umsatz stieg um 22 Prozent auf 76 Milliarden Euro

Die deutschen Autobauer BMW und VW haben sich im ersten Quartal 2023 überraschend gut entwickelt, trotz anhaltender Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie. Beide Unternehmen vermeldeten gute Ergebnisse, wobei BMW dank der vollständigen Einbeziehung des China-Geschäfts ein deutliches Umsatzplus verzeichnete. Der Konzern konnte die Erlöse im ersten Quartal um 18,3 Prozent auf 36,9 Milliarden Euro steigern, wobei die hohe Nachfrage nach Spitzenmodellen und Elektroautos den Anstieg maßgeblich beeinflusste. Die Gewinnmarge im Kerngeschäft mit Autos verbesserte sich auf 12,1 Prozent, was über der eigenen Zielmarke von acht bis zehn Prozent lag.
Auch VW konnte im ersten Quartal eine positive Entwicklung verzeichnen. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 76 Milliarden Euro, während der bereinigte Betriebsgewinn kräftig um 35 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro anstieg. Allerdings fiel der Gewinn unter dem Strich mit 4,7 Milliarden Euro niedriger aus, da VW Sondereffekte aus der Absicherung gegen den Anstieg der Rohstoffpreise abziehen musste.
Trotz der positiven Ergebnisse bereitet den deutschen Autobauern die wachsende Konkurrenz durch chinesische Automarken Sorgen. Laut einer ifo-Umfrage sind die Erwartungen in der deutschen Autoindustrie gedämpft. Die Automobilmesse in Shanghai im April habe der deutschen Automobilbranche vor Augen geführt, dass der Wettbewerb in der neuen Elektromobilitätswelt auf dem für die deutschen Autobauer so wichtigen chinesischen Markt und darüber hinaus härter werde. Zusammen verkauften die deutschen Hersteller im vergangenen Jahr nur knapp fünf Prozent aller voll- und teilelektrischen Autos in China, während die lokale Konkurrenz dagegen einen Marktanteil von 76 Prozent verzeichnete.
Eine Ursache für den Erfolg der chinesischen Konkurrenz liege darin, dass sie in der Lage seien, Premiumprodukte zu demokratisieren und leistungsfähige Produkte zu erschwinglichen Preisen anzubieten, so Thomas Luk, Autoexperte und Partner der Unternehmensberatung Kearney. Die deutschen Autobauer hingegen müssen ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem chinesischen Markt durch die Erschließung von Kosteneinsparungen und die Vermarktung von Premiumprodukten aufrechterhalten. Der chinesische Elektroautohersteller BYD konnte im ersten Quartal auf seinem Heimatmarkt die Kernmarke VW als Marktführer ablösen.
Trotz des guten Abschneidens zu Jahresanfang hält BMWs Finanzvorstand Nicolas Peter weiter an der ursprünglich für 2023 ins Auge gefassten operativen Marge im Autogeschäft fest. Diese soll im Gesamtjahr acht bis zehn Prozent betragen. Peter betonte jedoch auch, dass die geopolitische und makroökonomische Situation weiterhin angespannt bleibe.
