ANZEIGE

Deutsch-indische Wirtschaftskooperation: Milliarden-Deals besiegelt

Bundeskanzler Merz hat in Indien den Weg für umfangreiche Wirtschaftsabkommen geebnet. Besonders im Fokus: grünes Ammoniak, U-Boot-Bau und ein beschleunigtes EU-Freihandelsabkommen.

•• 2 Min

Der Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien markiert einen Wendepunkt in den deutsch-indischen Wirtschaftsbeziehungen. In Ahmedabad unterzeichneten Unternehmen beider Länder Verträge mit strategischer Bedeutung für die kommenden Jahrzehnte.

Uniper sichert sich grünes Ammoniak im Großformat

Der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper schloss mit AM Green Ammonia einen wegweisenden Liefervertrag ab. Künftig bezieht Uniper bis zu 500.000 Tonnen grünes Ammoniak jährlich aus Indien. Vorstandschef Michael Lewis bezeichnet dies als einen der "ersten groß angelegten Versorgungskorridore zwischen Indien und Europa".

Grünes Ammoniak gilt als Schlüsselrohstoff der Energiewende mit etwa 90 Prozent CO2-Neutralität. Analysten prognostizieren bis 2030 ein weltweites Marktwachstum von rund 60 Prozent. Der Rohstoff findet Verwendung als Düngemittel, Schiffsantrieb und beim Wasserstofftransport.

ThyssenKrupp Marine Systems vor Milliarden-Auftrag

Die Rüstungssparte TKMS von ThyssenKrupp steht vor dem größten Einzelauftrag ihrer Geschichte. Bis Ende März soll der Vertrag über sechs U-Boote für die indische Marine finalisiert werden, mit Option auf drei weitere Einheiten. Das Auftragsvolumen dürfte sich auf mehrere Milliarden Euro belaufen.

Freihandelsabkommen könnte früher kommen

Die intensive Wirtschaftskooperation ebnet den Weg für ein EU-Freihandelsabkommen mit Indien. Wegen der aggressiven US-Zollpolitik könnte der Vertrag bereits Ende Januar unterzeichnet werden – ursprünglich war Jahresende 2025 angepeilt. Mit 1,4 Milliarden Einwohnern bietet Indien deutschen Unternehmen enormes Wachstumspotenzial.

Weitere Kooperationen in Schlüsselbranchen

Neben Energie und Rüstung wurden Abkommen in den Bereichen Künstliche Intelligenz und kritische Mineralien geschlossen. Die Deutsche Post will ihre Zusammenarbeit mit der indischen Post intensivieren. Indien spielt für den Konzern bereits seit der DHL-Übernahme eine zentrale strategische Rolle.

Deutsche Bank zieht sich zurück

Nicht alle deutschen Unternehmen sehen in Indien ihre Zukunft. Die Deutsche Bank plant den Verkauf ihres Indien-Geschäfts mit 17 Filialen. Nach über 40 Jahren Präsenz kapituliert das Institut vor der harten Konkurrenz heimischer Banken und regulatorischen Hürden. Mehrere internationale Banken haben sich bereits aus dem indischen Markt zurückgezogen.

Indien als Energiewende-Partner

Indiens hoher Anteil an erneuerbaren Energien macht das Land zu einem der weltweit führenden Produzenten von grünem Ammoniak. Für deutsche Unternehmen wie Uniper bietet dies die Chance, Versorgungslücken in der Energiewende zu schließen und gleichzeitig Klimaziele zu erreichen.

Deutsch-Indische KooperationUniperGrünes AmmoniakThyssenkruppEu-Freihandelsabkommen

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg

Disclaimer