Der DAX atmet durch
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Aktienmarkt dürfte heute nach einem neuen Jahreshoch im DAX etwas ruhiger angehen. Der Broker IG taxiert die 40 deutschen Standardwerte zur Stunde 0,2 Prozent höher bei 15.819 Punkten. Der gestrige Kursverlauf ist ein kleines Warnsignal; die Aufwärtskräfte am deutschen Aktienmarkt drohen zu erlahmen. Doch Rückenwind für den DAX kommt weiterhin von der Saisonalität, sind steigende Kurse im April doch keine Ausnahme, sondern die Regel. Die üblicherweise starke Sechs-Monats-Phase von November bis April an den Aktienmärkten befindet sich nunmehr auf der Zielgeraden.
Positive Signale für den DAX-Handel kommen auch aus China. Die Wirtschaft im Reich der Mitte ist nach dem Ende der Corona-Beschränkungen im ersten Quartal um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen und übertraf damit die Erwartungen der Ökonomen, die mit einem Plus von vier Prozent gerechnet hatten. Auch die Einzelhandelsumsätze und die Immobilienverkäufe fielen höher aus als erwartet. Die Konjunkturdaten werden an den asiatischen Märkten positiv aufgenommen, die Börse in Shanghai liegt 0,1 Prozent im Plus, der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt 0,2 Prozent. Der japanische Leitindex Nikkei zeigt sich mit einem Plus von 0,5 Prozent kurz vor Handelsschluss in Tokio ebenfalls stärker.
Für Nervosität sorgten jedoch Zinssorgen zu Wochenbeginn an der Wall Street. Eine überraschend starke Erholung der Industrietätigkeit im Bundesstaat New York sorgte der US-Notenbank Fed nach Ansicht von Börsianern für mehr Spielraum für weitere Zinserhöhungen. Die drei wichtigsten Indizes legten alle um etwa 0,3 Prozent zu: Der Dow Jones auf 33.987 Punkte, der technologielastige Nasdaq auf 12.158 Punkte und der breit gefasste S&P 500 auf 4151 Punkte.
Heute Nachmittag geht die US-Berichtssaison weiter, die Bank of America, Goldman Sachs, der Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson und der Rüstungskonzern Lockheed Martin legen noch vor Handelsstart an der Wall Street ihre Zahlen zum ersten Quartal vor. Die wieder leicht gestiegenen Zinserwartungen in den USA lasten auf dem Goldpreis, der unter die Marke von 2000 Dollar rutscht, im frühen Handel werden für eine Feinunze des Edelmetalls 1999 Dollar gezahlt. Der Euro zieht im frühen Handel leicht an auf 1,0933 Dollar.
Auf Unternehmensebene rückt am Morgen die MTU-Aktie in den Fokus. Der Triebwerkshersteller ist überraschend stark ins Jahr gestartet. So stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 30 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro, wie der DAX-Konzern gestern Abend anhand vorläufiger Zahlen mitteilte.
