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DAX vor Gewinnmitnahmen: Konsolidierung nach starkem Jahresstart

Der deutsche Leitindex verliert zum Wochenende an Schwung. Nach dem kräftigen Jahresauftakt mit über drei Prozent Plus drohen nun Gewinnmitnahmen. Experten warnen vor überhitzter Marktstimmung.

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DAX vor Gewinnmitnahmen: Konsolidierung nach starkem Jahresstart

Der DAX startet schwächer in den Freitag. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex vor Handelsbeginn rund 0,3 Prozent tiefer auf 25.288 Punkte. Am Donnerstag hatte das Börsenbarometer noch mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 25.352 Zählern geschlossen. Das Jahresplus beträgt aktuell mehr als drei Prozent.

Allzeithoch bleibt in Reichweite

Eine Konsolidierung am deutschen Aktienmarkt käme nach der jüngsten Rally nicht überraschend. Positiv zu werten ist, dass das Allzeithoch bei 25.507 Punkten weiterhin greifbar nahe liegt. Die Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung durch das angekündigte Sondervermögen hatte den DAX zuletzt nach oben getrieben.

"Schon in den vergangenen Tagen haben wir auf eine überkaufte Marktlage und ein erhöhtes Korrekturrisiko hingewiesen", warnen die Marktbeobachter der Helaba. Viel Positives scheine bereits in den Kursen eingepreist zu sein.

Strukturreformen als Knackpunkt

Christine Romar, Head of Europe bei CMC Markets, sieht die weitere Entwicklung kritisch. "Sollten nicht zeitnah strukturelle Reformen in den Bereichen Energie, Bürokratieabbau und Arbeitsmarkt eingeleitet werden, könnte aus dem Sondervermögen nur ein laues Konjunkturlüftchen hervorgehen", kommentiert die Expertin.

Die vielen Vorschusslorbeeren für den Aktienmarkt wären dann zu früh und zu reichlich verteilt worden. Die Chancen für ein viertes starkes Börsenjahr in Folge würden trotz des positiven Januar-Effekts wieder sinken.

IWF sieht Weltwirtschaft robust

Aus globaler Perspektive zeigt sich IWF-Chefin Kristalina Georgiewa optimistisch. Die Weltwirtschaft werde trotz Handelsschocks weiterhin stark wachsen. Die neuesten Wirtschaftsprognosen, die am 19. Januar veröffentlicht werden, würden die anhaltende Widerstandsfähigkeit zeigen.

Im Oktober hatte der Internationale Währungsfonds seine globale Wachstumsprognose für 2025 leicht auf 3,2 Prozent angehoben. Die deutsche Wirtschaft war nach zwei Rezessionsjahren 2024 um 0,2 Prozent gewachsen. Für das laufende Jahr trauen Ökonomen der größten europäischen Volkswirtschaft ein Wachstum von etwa einem Prozent zu.

US-Börsen im KI-Rausch

Positive Impulse kommen von den US-Märkten. Die Hoffnung auf einen anhaltenden Boom bei Künstlicher Intelligenz trieb die Wall Street am Donnerstag weiter an. Für Zuversicht sorgte die starke Bilanz des taiwanischen Chip-Riesen TSMC.

Der Dow Jones schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 49.442 Punkten. Der S&P 500 gewann 0,3 Prozent auf 6.944 Zähler, der technologielastige Nasdaq legte um 0,2 Prozent auf 23.530 Stellen zu.

USA sichern Chip-Versorgung

Um den Nachschub mit modernster Chip-Technologie zu garantieren, haben die USA mit Taiwan ein bedeutendes Handelsabkommen geschlossen. Taiwanische Chip-Konzerne sollen mindestens 250 Milliarden Dollar in den USA investieren. Im Gegenzug fallen die US-Zölle für Waren aus Taiwan von 20 auf 15 Prozent.

Die Vereinbarung soll die Lieferkette sichern und die Produktion verstärkt in die USA verlagern. Moderne Chips sind in unzähligen Produkten verbaut - von Smartphones über KI-Rechenzentren bis hin zu militärischen Anwendungen. Eine Versorgungskrise würde die Wirtschaft an einer ihrer empfindlichsten Stellen treffen.

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