DAX verzeichnet moderate Verluste - Anleger warten auf US-Schuldengrenze
Das Marktupdate von Aktien.news

In den aktuellen Marktgeschehnissen legt der DAX nach seiner beeindruckenden Rekordrally eine kleine Verschnaufpause ein. Zu Beginn dieser Börsenwoche verzeichnet der deutsche Leitindex nur moderate Verluste. Aktuell notiert er bei 16.250 Punkten und kann somit seine kürzlichen Kursgewinne größtenteils verteidigen. Das Allzeithoch von 16.332 Punkten, das am vergangenen Freitag erreicht wurde, bleibt in Reichweite.
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich auf das für heute geplante Treffen zwischen US-Präsident Joe Biden und dem führenden Republikaner im Kongress, Kevin McCarthy. Der Streit um die Anhebung der US-Schuldengrenze hält die Anleger weiterhin in Atem. Analysten sind jedoch der Ansicht, dass die Hoffnung auf eine Einigung bereits in den Aktienkursen eingepreist ist.
Experten wie Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners betonen, dass es für den DAX nun darum geht, die erreichten Höhen zu verteidigen. Eine Konsolidierung auf dem Niveau des neuen Hochs wäre durchaus normal. Marktanalyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets gibt zu bedenken, dass der DAX nun möglicherweise in eine Seitwärtsphase übergehen könnte, jedoch auf einem höheren Niveau über der 16.000er Marke.
Aus charttechnischer Sicht bietet der DAX weiterhin Aufwärtspotenzial. Das Erreichen eines Allzeithochs gilt als eines der besten Kaufsignale in der technischen Analyse. Dennoch sind die ungelösten US-Schuldenstreitigkeiten nur eines der Risiken, denen die Finanzmärkte derzeit gegenüberstehen. Die Warnung Chinas vor Produkten des US-Chipkonzerns Micron hat die Anleger daran erinnert, dass der Technologiekonflikt zwischen den USA und China jederzeit wieder aufflammen kann.
An den internationalen Märkten startet die Wall Street unaufgeregt in die neue Börsenwoche. Die Futures auf die drei großen US-Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq 100 tendieren seitwärts, nachdem sie vor dem Wochenende Verluste verzeichneten. Der Euro notiert zur Mittagszeit bei 1,0821 Dollar und der Goldpreis zeigt sich stabil bei rund 1980 Dollar pro Feinunze.
Die Adidas-Aktie zählt zu den größten Gewinnern im DAX. Der Nike-Konkurrent wird noch in diesem Monat einen Teil der "Yeezy"-Schuhe auf den Markt bringen, die aus der beendeten Kooperation mit dem Rapper Kanye West stammen. Adidas plant, einen signifikanten Teil der Erlöse aus dem Verkauf für wohltätige Zwecke zu spenden.
Der Chef des Konsumgüterkonzerns Henkel, Hersteller von Persil, Pril und Pritt, verteidigt die jüngsten Preiserhöhungen und kündigt an, dass in bestimmten Bereichen und Kategorien weitere Preiserhöhungen notwendig sein werden. Während der Krise wechseln manche Verbraucher zu günstigeren Marken, aber Henkel geht davon aus, dass sich dies langfristig ändern wird und die Kunden nicht auf Persil verzichten werden.
Im SDAX sorgen Analystenstudien für Bewegung. Die Sartorius-Aktie verzeichnet zur Mittagszeit die größten Verluste, nachdem sie von der US-Investmentbank Morgan Stanley abgestuft wurde. Auch die Aktie des Chemikalienhändlers Brenntag verliert an Wert, nachdem die britische Bank Barclays die Papiere herabgestuft hat.
Siemens Energy hat den Verkauf seines 32-prozentigen Anteils an dem Windturbinen-Produzenten Windar Renovables an die britische Bridgepoint angekündigt. Über den Verkaufspreis wurde keine Angabe gemacht.
Die Aktien von Patrizia Immobilien können sich etwas von ihren jüngsten Verlusten erholen und sind Spitzenreiter im SDAX. Die Ankündigung des designierten Vorstandschefs Asoka Wöhrmann, bis zu drei Millionen Euro in Aktien des Unternehmens zu investieren, wird als positiver Kursfaktor angesehen.
Der im SDAX gelistete Onlinebroker FlatexDegiro hat laut "Handelsblatt" neuen Ärger mit der Finanzaufsicht Bafin. Es wird geprüft, ob das Frankfurter Fintech-Unternehmen seinen Verpflichtungen zur Veröffentlichung kursrelevanter Informationen nachgekommen ist. FlatexDegiro bestreitet gegenüber dem "Handelsblatt", in den fraglichen Fällen Transparenzpflichten verletzt zu haben.
Die Aktien von Borussia Dortmund (BVB) erleben einen Freudentag und erreichen den höchsten Stand seit September 2021. Mit Blick auf die bevorstehende Bundesliga-Meisterschaft gewinnen die Aktien des Fußballvereins bis zu 15 Prozent und verzeichnen im Jahr 2023 bislang ein Kursplus von rund 38 Prozent. Analysten, die die BVB-Aktien beobachten, empfehlen bereits vor dem vergangenen Wochenende durchgehend den Kauf.
Der Facebook-Konzern Meta wird wegen Verstößen gegen die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) mit einer Rekordstrafe von 1,2 Milliarden Euro belegt. Der Vorwurf bezieht sich auf die Beteiligung von Facebook an der Massenüberwachung durch angloamerikanische Geheimdienste, die vom US-Whistleblower Edward Snowden aufgedeckt wurde. Meta wird zudem aufgefordert, den Datenransfer in die USA zu stoppen.
Ryanair, Europas größter Billigflieger, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23 so viele Passagiere befördert wie nie zuvor und nur knapp einen neuen Rekordgewinn verfehlt. Die Airline erzielte einen Gewinn von 1,43 Milliarden Euro. Ryanair gibt sich vorsichtig optimistisch und rechnet damit, den Gewinn in den kommenden zwölf Monaten moderat weiter steigern zu können. In der Hochsaison liegt der Trend bei den Ticketpreisen noch über dem des Vorjahres.
