DAX verliert Schwung nach schwacher Wall Street
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Ein Rückschlag an der Wall Street hat den DAX zur Wochenmitte ausgebremst. Nach zwei Gewinntagen rutschte der deutsche Leitindex am Mittwoch wieder ins Minus und beendete den Handel 0,74 Prozent schwächer bei 24.151 Punkten. Der anfängliche Optimismus wich im Laufe des Tages einer klaren Zurückhaltung, nachdem sich die Vorgaben aus den USA als schwach erwiesen hatten. Auch an den amerikanischen Börsen drückten enttäuschende Unternehmenszahlen auf die Stimmung, vor allem im Technologiesektor.
An der Wall Street gaben die Kurse nach, nachdem sowohl der Dow Jones als auch die Nasdaq mit Verlusten eröffneten. Besonders die Technologiewerte standen unter Druck. Quartalsberichte von Netflix und Texas Instruments hatten die Erwartungen verfehlt, während Investoren mit Spannung auf die Bilanz von Tesla blickten. Auch geopolitische Themen sorgten für Unsicherheit. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China bleibt ungelöst, und die niederländische Regierung hat die Kontrolle über den Halbleiterhersteller Nexperia übernommen, der bisher chinesischen Eigentümern gehörte.
Für zusätzliche Nervosität sorgte der anstehende Quartalsbericht von SAP. Das Software-Schwergewicht hat im DAX mit rund 14 Prozent eine große Bedeutung, weshalb jede Bewegung der Aktie den Index deutlich beeinflusst. Die US-Zollpolitik belastet das Geschäft des Konzerns weiterhin. Finanzchef Dominik Asam sprach von verzögerten Vertragsabschlüssen, weil Kunden Investitionsentscheidungen aufschieben. Hinzu kommt der starke Euro, der sich seit Jahresbeginn auf 1,16 Dollar verteuert hat und negative Wechselkurseffekte erwarten lässt. Die SAP-Aktie notiert inzwischen wieder auf dem Niveau vom Jahresanfang.
Am Devisenmarkt zeigte sich der Euro leicht erholt und legte am Abend um 0,14 Prozent auf 1,1616 Dollar zu. Der Goldpreis hingegen fiel weiter: Eine Feinunze kostete 4.035 Dollar, ein Rückgang von 1,4 Prozent. Analysten sehen den Markt nach den starken Vortagen überhitzt. Öl verteuerte sich dagegen erneut, getrieben von Spekulationen über ein knappes Angebot und sinkende US-Lagerbestände. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 62,79 Dollar, fast zwei Prozent mehr als am Vortag.
Ein Kurssturz bei Netflix um über acht Prozent belastete die US-Technologiebörse zusätzlich. Unerwartete Steuerkosten in Brasilien hatten den Gewinn des Streaminganbieters gedrückt. In Europa sorgte Siemens Energy für Aufsehen: Nach einem starken Start rutschte die Aktie ans DAX-Ende, im Sog schwächerer US-Daten von GE Vernova. Auch Auto- und Chipwerte wie VW, Infineon und Mercedes-Benz standen wegen schwacher TI-Zahlen unter Druck. Volkswagen kämpft zudem mit einem akuten Chip-Mangel, der zu Produktionsstopps in Zwickau und Wolfsburg führen könnte.
