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DAX verliert Schwung nach frühem Kursanstieg

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DAX verliert Schwung nach frühem Kursanstieg

Die Hoffnung auf eine Lösung im Zollstreit zwischen der EU und den USA hat am deutschen Aktienmarkt zunächst für Optimismus gesorgt. Der DAX kletterte im gestrigen Tagesverlauf auf bis zu 24.514 Punkte, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und schloss letztlich bei 24.295 Zählern – ein Plus von 0,23 Prozent. Auch der MDAX legte leicht zu und endete bei 31.633 Punkten. Ausschlaggebend für die zunächst gute Stimmung war ein Bericht über mögliche US-Zölle von 15 Prozent statt der angedrohten 30 Prozent ab August. US-Präsident Trump stellte in Aussicht, bei Marktöffnungen der EU gegenüber amerikanischen Unternehmen die Zölle zu reduzieren.

Während der Fokus auf den Verhandlungen mit den USA liegt, sicherte sich die EU diplomatisch ab. Die 27 Mitgliedsstaaten gaben grünes Licht für mögliche Gegenzölle auf US-Produkte im Volumen von 93 Milliarden Euro, sollten die Gespräche scheitern. Frühestens zum 7. August könnten diese in Kraft treten. Parallel einigte sich Brüssel mit Peking auf einen neuen Mechanismus zur Sicherung der Lieferketten bei Seltenen Erden – ein Schritt gegen drohende Engpässe infolge chinesischer Exportkontrollen.

Auch geldpolitisch standen gestern wichtige Entscheidungen an: Die Europäische Zentralbank beließ die Leitzinsen unverändert. EZB-Präsidentin Christine Lagarde begründete den Schritt mit einem stabilen Wirtschaftsumfeld und betonte, dass eine erneute Zinssenkung nur bei deutlicher Eintrübung notwendig sei. Der Einlagenzins bleibt bei 2,0 Prozent, der Hauptrefinanzierungssatz bei 2,15 Prozent.

Im DAX sorgte die Deutsche Bank für ein Kursfeuerwerk. Die Aktie legte nach Vorlage der besten Quartalszahlen seit 2007 um über neun Prozent zu. Der Quartalsgewinn lag bei 1,485 Milliarden Euro. Auch die Deutsche Telekom profitierte von starken Zahlen der US-Tochter T Mobile US und legte fast fünf Prozent zu. Dagegen geriet Infineon unter Druck – der Kurs litt unter dem Einbruch der Aktie des Branchenkollegen STMicroelectronics.

Positive Überraschungen gab es unter anderem von MTU, das mit einem Umsatzplus von 20 Prozent und einem starken operativen Ergebnis glänzte, sowie von Nemetschek, das seine Umsatzprognose anhob. Bei DWS flossen im Quartal 8,5 Milliarden Euro neu in Fondsprodukte. BNP Paribas übertraf trotz Gewinnrückgang infolge höherer Steuern die Erwartungen. IBM überzeugte mit starken Wachstumszahlen, enttäuschte jedoch im Softwaresegment. Nestlé musste einen Gewinnrückgang um über zehn Prozent hinnehmen.

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