DAX verliert nach Rekordhoch deutlich an Wert
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Die Euphorie am Aktienmarkt nach der Zinswende der US-Notenbank Fed ist bereits wieder verflogen. Nach der Rekordmarke von 19.000 Punkten, die der DAX am Vortag erreicht hatte, rutschte der Leitindex am Freitag wieder unter diese Marke. Zu Beginn des Handels lag er bereits deutlich darunter und schloss schließlich bei 18.720 Punkten, was einem Rückgang von knapp 1,5 Prozent entspricht. Eine Gewinnwarnung des Automobilherstellers Mercedes-Benz drückte die Kurse und zog auch andere Branchenwerte mit nach unten.
Der sogenannte "Hexensabbat", der dreifache Verfallstag von Optionen und Futures, sorgte ebenfalls für Schwankungen am Markt. An solchen Tagen, die viermal im Jahr stattfinden, treten oft unvorhersehbare Kursbewegungen auf. Größere Marktteilnehmer versuchen, durch gezielte Geschäfte die Kurse zu beeinflussen, um von auslaufenden Derivatepositionen zu profitieren.
Ein weiterer Faktor, der die Märkte belastete, war die Eskalation im Nahen Osten. Angriffe Israels auf Beirut und erneute Raketenbeschüsse aus dem Libanon verschlechterten die Stimmung. Zudem ebbte die anfängliche Begeisterung über die Zinssenkung der Fed ab, die am Mittwoch einen um 0,5 Prozentpunkte reduzierten Leitzins verkündet hatte. Diese Maßnahmen wurden zwar positiv aufgenommen, da sie Unternehmen durch niedrigere Kreditkosten entlasten und andere Anlageformen wie Anleihen weniger attraktiv machen. Dennoch fragten sich einige Experten, ob diese Zinssenkung tatsächlich den Beginn einer langfristigen Entlastung signalisiert.
Auch an den US-Börsen war die Stimmung verhalten. Trotz eines neuen Allzeithochs nach dem Zinsschritt schlossen die großen Indizes wie der Dow Jones und der S&P 500 im Minus. Belastet wurden die Märkte unter anderem durch eine Gewinnwarnung des Logistikkonzerns FedEx.
Der Kurs des Euro zeigte sich stabil und bewegte sich kaum, während der Goldpreis seine Rekordjagd fortsetzte. Er überschritt in London erstmals die Marke von 2.600 Dollar pro Feinunze und stieg damit auf ein neues Allzeithoch. Im Laufe der Woche verteuerte sich das Edelmetall um mehr als drei Prozent.
Die Ölpreise hingegen gaben leicht nach. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November kostete am Nachmittag 74,44 Dollar, während der Preis für die US-Sorte WTI bei 71,67 Dollar lag. Die leichten Rückgänge konnten die Kursgewinne der vergangenen Tage nicht aufhalten.
