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DAX unter Druck wegen drohender US-Zölle

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DAX unter Druck wegen drohender US-Zölle

Die Nervosität an den Märkten wächst, während die Frist für mögliche US-Zölle am 1. August näher rückt. Der DAX konnte gestern die Marke von 24.000 Punkten nur mit Mühe halten. Bereits zur Eröffnung erreichte der deutsche Leitindex mit 24.237 Punkten sein Tageshoch, rutschte im Tagesverlauf jedoch unter 24.000 Punkte und schloss mit einem Minus von 1,09 Prozent bei 24.041 Punkten. Auch der MDAX verlor 0,68 Prozent. Marktteilnehmer sprachen von einem lustlosen und ideenarmen Handelstag, geprägt von Zurückhaltung angesichts des schwelenden Zollkonflikts.

Im Mittelpunkt steht die drohende Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union. Sollte es bis Anfang August keine Einigung geben, will US-Präsident Trump Einfuhrzölle von 30 Prozent auf EU-Produkte erheben. Die EU hat bereits mit Gegenmaßnahmen gedroht. Experten warnen vor schwerwiegenden Folgen für den transatlantischen Handel. Während sich die US-Börsen leicht behaupten konnten, blieb die Stimmung auf dem Frankfurter Parkett gedrückt.

Auch die beginnende Berichtssaison in Deutschland beeinflusste das Marktgeschehen. Einen kräftigen Rücksetzer mussten die Aktien von Sartorius hinnehmen, die zeitweise um bis zu 15 Prozent einbrachen. Zwar konnte sich das Papier im Tagesverlauf etwas erholen, schloss aber mit über vier Prozent im Minus. Analysten äußerten Zweifel an der Auftragsdynamik des Laborausrüsters trotz eines als solide bezeichneten Quartalsergebnisses.

Mit Spannung erwartet wird der Quartalsbericht von SAP, der erst nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden soll. Die Aufmerksamkeit richtet sich insbesondere auf das Cloud-Geschäft und die Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz. Angesichts der bevorstehenden Zölle bleiben viele Anleger jedoch vorsichtig, ein schwächeres Ergebnis könnte auch auf den Gesamtmarkt ausstrahlen.

Der Euro setzte seine Erholung fort und stieg bis auf 1,1746 Dollar. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1699 Dollar fest. Der Ölmarkt zeigte sich erneut schwach. Die Preise für Brent- und WTI-Öl fielen um über ein Prozent. Analysten verweisen auf ein gestiegenes Angebot aus Saudi-Arabien sowie auf die Unsicherheit durch die US-Zollpolitik.

In den USA tendierten die Börsen uneinheitlich. Während der Dow Jones leicht zulegte, verloren S&P 500 und Nasdaq. Technologiewerte standen unter Druck, besonders stark betroffen waren die Aktien von Lockheed Martin mit einem Minus von 8,8 Prozent. Auch General Motors und Coca-Cola enttäuschten mit ihren Zahlen.

Beim Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli gingen die Verkaufszahlen trotz Preiserhöhungen zurück. Die Absatzmenge sank im ersten Halbjahr um 4,6 Prozent, der Umsatz stieg dagegen um neun Prozent. Der Gewinn schrumpfte um 13,3 Prozent auf 188,9 Millionen Schweizer Franken. Das Unternehmen passte dennoch seine Umsatzprognose leicht nach oben an.

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