DAX unter Druck: Siemens-Absturz belastet deutschen Leitindex
KI-Ängste schicken Siemens auf Talfahrt – Hapag-Lloyd verliert nach Milliarden-Übernahme deutlich

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Rosenmontag von seiner schwachen Seite. Der DAX verlor 0,46 Prozent auf 24.800,91 Punkte und scheiterte erneut an der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Zählern. Hauptbelastung war ein massiver Kurseinbruch bei Siemens, während der MDAX mit einem Plus von 0,21 Prozent auf 31.364,56 Punkte leicht zulegen konnte.
Der Handel verlief dünn und impulsarm. Grund dafür waren der Feiertag in den USA und geschlossene Börsen in Asien, darunter China wegen des Neujahrsfestes. Wichtige konjunkturelle Signale aus den USA und Europa werden erst im weiteren Wochenverlauf erwartet.
Siemens bricht nach Rekordhoch ein
Die Siemens-Aktie stürzte um 6,4 Prozent ab und fiel auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember. Nach dem jüngsten Rekordhoch belasteten Befürchtungen rund um Künstliche Intelligenz das Papier massiv. Marktteilnehmer sorgen sich, dass hochentwickelte KI-Tools industrielle Software bedrohen könnten.
Analysten sehen das traditionelle Geschäftsmodell unter Druck. Die Praxis, alle Lösungen von einem einzigen Anbieter zu beziehen, werde zunehmend hinterfragt. KI ermögliche es Unternehmen nun, ihre Software mit offenen Systemen zu kombinieren – ein direkter Angriff auf die Marktposition etablierter Anbieter wie Siemens.
Bauwerte glänzen mit Kursgewinnen
Bauwerte gehörten zu den Gewinnern des Tages. Heidelberg Materials legten um 2,0 Prozent zu, nachdem JPMorgan die Sorgen um den Emissionshandel dämpfte. Hochtief erreichte ein neues Rekordhoch und gewann 5,6 Prozent. Jefferies sieht das Unternehmen und den Mutterkonzern ACS als führende Auftragnehmer im Bau von Rechenzentren bestens positioniert.
Hapag-Lloyd unter Druck nach Milliarden-Deal
Die Aktien von Hapag-Lloyd brachen um 8,3 Prozent ein. Die Container-Reederei gab bekannt, den israelischen Wettbewerber Zim Integrated Shipping Services (ZIM) zu übernehmen. Hapag-Lloyd erwirbt 100 Prozent der ZIM-Aktien für 35 US-Dollar je Anteilschein in bar. Das Gesamtvolumen der Transaktion beläuft sich auf mehr als 4 Milliarden Dollar.
Flatexdegiro setzte den jüngsten Kursrutsch fort und verlor als schwächster MDAX-Wert 6,9 Prozent. Seit dem Rekordhoch Anfang Februar summiert sich der Verlust inzwischen auf rund 24 Prozent. Die Papiere des Onlinebrokers leiden unter den grassierenden KI-Ängsten in vielen Branchen. Zusätzlichen Druck erzeugte Analyst Christoph Blieffert von Exane BNP Paribas, der seine Kaufempfehlung strich.
