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DAX unter Druck durch US-Zollpolitik und Marktverunsicherung

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DAX unter Druck durch US-Zollpolitik und Marktverunsicherung

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten blieb auch zum Quartalsende bestehen. Die Handelspolitik der US-Regierung beeinflusste das Marktgeschehen erheblich, weshalb viele Anleger das Risiko scheuten. Der DAX startete schwach in die Woche und orientierte sich an den negativen Vorgaben der Wall Street vom Freitag sowie an den starken Verlusten in Asien. Besonders der japanische Leitindex Nikkei verlor mit einem Minus von vier Prozent deutlich. Der DAX schwankte zwischen 21.978 und 22.320 Punkten und schloss mit einem Rückgang von 1,33 Prozent bei 22.163 Punkten. Trotz der aktuellen Verluste kann das erste Quartal als insgesamt erfolgreich bezeichnet werden, da der DAX in den ersten drei Monaten des Jahres um 11,3 Prozent zulegte.

Technische Analysten hatten zuletzt vor einem sogenannten "Doppelhoch" gewarnt, da das Rekordhoch von Mitte März mit 23.476 Punkten nur minimal über dem vorherigen lag. Ein solches Muster wird als möglicher Hinweis auf eine Trendumkehr gewertet, was fallende Kurse bedeuten könnte. Auch der MDAX verzeichnete einen Verlust von 1,65 Prozent auf 27.393 Punkte, schloss jedoch das Quartal mit einem Plus von sieben Prozent ab.

Die bevorstehende Ankündigung eines umfassenden Zollpakets durch die US-Regierung löste unter Anlegern Sorgen aus. Ein globaler Handelskonflikt sowie steigende Inflation und ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum gelten als potenzielle Folgen der neuen Handelspolitik. Dadurch verstärkte sich die Flucht in sichere Anlagen wie Gold, das mit einem Preis von 3.119 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch erreichte. Experten beschreiben die aktuelle Marktstimmung als von Unsicherheit geprägt.

Mit den geplanten US-Zöllen droht das Ende des liberalen Welthandels, wie er seit dem Zweiten Weltkrieg bestand. Am Mittwoch könnte eine bedeutende Weichenstellung erfolgen, da Präsident Trump beabsichtigt, ein umfangreiches Zollpaket zu präsentieren. Die bereits diskutierten Autozölle könnten dabei nur der Anfang sein. Trump plant, Zölle auf Importwaren ausländischer Handelspartner so zu gestalten, dass sie die gleichen Bedingungen wie für US-Exporte widerspiegeln. Kein Land soll von den neuen Maßnahmen ausgenommen werden.

Auf dem deutschen Aktienmarkt standen nahezu alle DAX-Werte unter Druck. Lediglich defensive Titel wie Symrise, Deutsche Börse und die Deutsche Telekom verzeichneten Nachfrage. Besonders betroffen waren die Aktien von Porsche sowie der VW-Holding Porsche SE. Auch BASF litt unter einem negativen Analystenkommentar, der aufgrund des schwachen Dollars und gesenkter Prognosen das Kursziel reduzierte. Im MDAX konnte sich hingegen Thyssenkrupp mit einem Kursplus von fünf Prozent gegen den allgemeinen Trend behaupten. Ein Analyst hob hervor, dass steigende Stahlpreise in den USA und neue Investitionen in Europa dem Unternehmen zugutekommen könnten.

Fluggesellschaften gerieten unter Druck, da verstärkte Sorgen um die Nachfrage auf Nordatlantik-Routen aufkamen. Lufthansa verzeichnete ein Minus von rund vier Prozent. Belastend wirkten zudem Aussagen der britischen Virgin Atlantic, die vor einer sinkenden Nachfrage aus den USA nach Großbritannien warnte. Die gesamte Reisebranche zeigte sich bereits am Freitag schwächer.

An der Wall Street setzte sich der weltweite Ausverkauf zunächst fort. Defensive Aktien zeigten sich jedoch stabiler, sodass sich der Dow Jones zwischenzeitlich erholen konnte. Tech-Werte zählten zu den größten Verlierern: Nvidia verlor rund drei Prozent, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft zwei Prozent und Tesla mehr als vier Prozent. Auch Pharmawerte gerieten unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass der oberste Impfstoffbeauftragte der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Rücktritt gedrängt wurde. Dies belastete insbesondere die Aktien von Moderna, Novavax und Biontech.

Am Ölmarkt drehte sich die Entwicklung nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Brent-Öl verteuerte sich am Nachmittag um 3,1 Prozent auf 74,70 Dollar pro Barrel. Die Ursache lag in neuen Ankündigungen Trumps, wonach er Sekundärzölle auf russisches Öl erheben will, falls Moskau sich nicht um eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg bemüht.

Der Euro gab nach der Veröffentlichung von Inflationsdaten zunächst nach, stabilisierte sich aber im Verlauf des gestrigen Tages. Die Inflationsrate in Deutschland sank im März um 0,1 Punkte auf 2,2 Prozent, was den Erwartungen der Analysten entsprach. Lebensmittelpreise blieben jedoch überdurchschnittlich hoch.

Airbus konnte einen Großauftrag für 70 Maschinen der A320neo-Familie verbuchen. Die Produktion dieser Mittelstreckenflieger ist auf Jahre hinaus ausgelastet. DHL expandierte durch die Übernahme des US-Logistikunternehmens Cryopdp und investierte damit in das wachsende Geschäft mit der Pharma-Industrie. Der norwegische Staatsfonds beteiligte sich mit 1,4 Milliarden Euro an zwei Offshore-Windparks von RWE.

Microsoft stellte auf der Hannover Messe neue KI-gestützte virtuelle Assistenten vor, die industrielle Prozesse optimieren sollen. Unter anderem kooperiert das Unternehmen mit Rolls-Royce zur Verbesserung von Datenmanagement und Analyse in der Luftfahrtindustrie.

Der Primark-Chef Paul Marchant trat unterdessen mit sofortiger Wirkung zurück, nachdem Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens laut wurden. Die Muttergesellschaft Associated British Foods bestätigte den Rücktritt, ohne weitere Einzelheiten zu nennen.

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