DAX und Dow Jones auf Höhenflug
Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag den dritten Tag in Folge zugelegt, angetrieben durch Zinshoffnungen. Der DAX erreichte zeitweise den höchsten Stand seit fünf Wochen, während der Dow Jones ein Rekordhoch verbuchen konnte. Dank der Hoffnung auf baldige Zinssenkungen in den USA und einem positiven Umfeld an der Wall Street stieg der DAX am Nachmittag auf den höchsten Stand seit Anfang Juni. Dies führte zu einem Wochenplus von knapp 1,5 Prozent nach drei aufeinanderfolgenden Gewinntagen. Der DAX kletterte letztlich um 1,15 Prozent auf 18 748 Punkte. Trotz der Möglichkeit, ein Allzeithoch zu erreichen, warnt der Charttechnikexperte Christian Zoller von ING vor einer möglichen Überkauftheit des Marktes.
Die US-Technologiebörse Nasdaq hat sich nach einem Rückschlag stabilisiert. Die unerwartet geringeren Verbraucherpreise in den USA haben Hoffnungen auf eine baldige Zinswende durch die Fed geweckt. Dies führte zu massiven Gewinnmitnahmen, wobei Anleger vermehrt in Nebenwerte investierten. Der Nasdaq 100 stieg zum Wochenschluss um fast 1,2 Prozent auf 20.450 Punkte. Der S&P 500 legte um 0,9 Prozent auf 5.635 Punkte zu, während der Dow Jones Industrial um 0,8 Prozent auf 40.086 Punkte zulegte, was ein neues Rekordhoch darstellt.
Investoren richten ihre Aufmerksamkeit auch auf den Start der US-Bilanzsaison. Besonders die Bank of New York Mellon konnte mit einem überraschend starken Gewinn im zweiten Quartal punkten, während die Aktien von Wells Fargo und JP Morgan nach enttäuschenden Quartalsberichten zurückgingen. Analysten erwarten ein Gewinnplus von fast neun Prozent für die Unternehmen im S&P 500, was der höchste Zuwachs seit dem ersten Quartal 2022 wäre.
Der Euro stieg aufgrund eines schwachen Dollars über die Marke von 1,09 US-Dollar. Belastet wurde der Dollar durch das unerwartet schwache Konsumklima der Universität von Michigan. Der japanische Yen erlebte heftige Kursbewegungen, die Spekulationen über Stützungskäufe der japanischen Notenbank auslösten. Der Yen leidet unter der lockeren Geldpolitik der japanischen Zentralbank und bewegt sich gegenwärtig auf dem tiefsten Stand seit Mitte der 1980er Jahre.
Die Ölpreise legten erneut zu. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 85,68 US-Dollar, während der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI auf 83,16 Dollar stieg. Der schwächere Dollar und eine freundliche Stimmung an den Finanzmärkten stützten die Preise. Die US-Großbank JP Morgan meldete für das zweite Quartal einen Gewinnanstieg von rund einem Viertel auf 18,15 Milliarden Dollar. Auch die Citigroup konnte ihren Gewinn im zweiten Quartal um rund zehn Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar steigern.
Die Deutsche Lufthansa musste ihre Gewinnprognose senken und meldete einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal um mehr als ein Drittel. Der Airbus-Konzern hat ein Sparprogramm aufgelegt, um Kosten zu senken und Umsätze zu steigern. Der Internetdienstleister Ionos hat seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Das Biotech-Unternehmen CureVac darf Lizenzrechte für mRNA-Grippe- und Covid-19-Impfstoffe an GSK verkaufen.
Hacker haben Verbindungsdaten von etwa 109 Millionen AT&T-Kunden erbeutet. Die DHL Group hat ihre Paketpreise geändert, während US-Geheimdienste Pläne zur Ermordung des Rheinmetall-Chefs Armin Papperger aufgedeckt haben. Die UBS rät zum Verkauf der Tesla-Aktie trotz eines angehobenen Kursziels. Apple startet den Verkauf der Vision Pro in Deutschland, und Ericsson meldet deutliche Gewinne im zweiten Quartal.
