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DAX über 15.800 Punkte dank EZB-Entscheid

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

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DAX über 15.800 Punkte dank EZB-Entscheid

Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), den Leitzins in der Eurozone um weitere 0,25 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent anzuheben, hat die Anleger am deutschen Aktienmarkt nicht überrascht. Normalerweise führt eine Zinserhöhung zu einer Verstimmung der Anleger, da dies Aktien weniger attraktiv macht. Diesmal war jedoch alles anders. Der deutsche Leitindex DAX reagierte überraschend positiv auf die Entscheidung und schloss knapp ein Prozent im Plus.

Experten erklärten diesen ungewöhnlichen Anstieg damit, dass eine Pause bei den Zinserhöhungen lediglich die Erwartungen auf die nächste Sitzung verschoben hätte. Angesichts der anhaltend hohen Inflation sei ein Verzicht auf die Zinsanhebung keine Lösung gewesen. Investoren interpretierten die zehnte Zinserhöhung in Folge daher als klaren Schritt der EZB im Kampf gegen die Inflation.

Viele Experten sind sich einig, dass dies vorerst der letzte Zinsschritt sein könnte. Die weitere geldpolitische Straffung hänge von der Entwicklung der Inflation im kommenden Jahr ab. Trotzdem hatte der DAX zunächst am Morgen an Boden verloren, konnte jedoch nach der EZB-Sitzung im Laufe des Nachmittags wieder zulegen und schloss bei 15.805 Punkten, was einem Plus von 0,97 Prozent entspricht.

Die Aufmerksamkeit der Anleger richtet sich nun auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed, die am 20. September über ihre Zinspolitik berät. Die Mehrheit der Marktteilnehmer geht davon aus, dass die Fed die Leitzinsen vorerst unverändert bei 5,5 Prozent belassen wird. Allerdings könnten die jüngsten Ölpreisanstiege die Inflationsbekämpfung vor neue Herausforderungen stellen.

Im August stiegen die Verbraucherpreise zwar gegenüber dem Vorjahresmonat, aber die Kerninflation ging von 4,7 auf 4,3 Prozent zurück, was als positives Signal für eine Zinspause gewertet wurde. Allerdings stiegen der Einzelhandelsumsatz und die Erzeugerpreise stärker als erwartet, während die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend niedrig ausfielen.

Trotz dieser gemischten Signale verzeichnete der US-Aktienmarkt moderate Gewinne, da viele Investoren die steigenden Preise im Energiesektor als vorübergehend ansahen. Der Dow Jones stieg um 0,8 Prozent auf 34.853 Punkte, während der S&P 500 und der Nasdaq 100 ebenfalls zulegten.

Die Preise für Rohöl stiegen deutlich an, nachdem die Internationale Energieagentur (IEA) eine pessimistische Prognose zur globalen Rohölversorgung veröffentlicht hatte. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November erreichte 93,48 US-Dollar, den höchsten Stand seit November 2022. Auch der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung stieg auf ein neues Zehn-Monats-Hoch von 90,04 Dollar. Das knappe Angebot bleibt ein prägender Faktor für die Stimmung am Ölmarkt.

Der neue CEO von Bayer, Bill Anderson, plant ein Effizienzprogramm, um den Pharma- und Agrarkonzern neu auszurichten. Vor einer umfassenden Strukturreform wird zunächst der Bürokratieabbau und die Steigerung der Effizienz in Angriff genommen. Dies könnte vor allem die oberen und mittleren Führungsebenen betreffen, um flachere Hierarchien zu schaffen. Bayer hat noch keine Einzelheiten dazu bekannt gegeben.

Nach Milliardär Klaus-Michael Kühne erwägt auch der Hauptaktionär des Eurokai-Konzerns, Thomas Eckelmann, ein Gegenangebot für den geplanten HHLA-Deal der Stadt Hamburg mit der Reederei MSC abzugeben. Dieser Schritt wurde aufgrund der Befürchtung getan, dass der Deal eine Katastrophe für den Hamburger Hafen darstellen könnte. MSC und der Senat hatten angekündigt, dass das Schweizer Unternehmen beim Hamburger Hafenlogistiker HHLA einsteigen will.

Volkswagen plant den Abbau von Hunderten von Stellen in seiner E-Auto-Fabrik in Zwickau. 269 befristete Verträge, die nach zwölfmonatiger Laufzeit auslaufen, werden nicht verlängert. Dies geschieht aufgrund der aktuellen Marktsituation.

Visa verhandelt mit seinen Klasse-B-Aktionären über eine mögliche Umwandlung ihrer Anteilsscheine in Aktien der Klasse A oder C. Analysten befürchten, dass dies zu einer erhöhten Anzahl von Klasse-A-Aktien führen und ihren Wert drücken könnte. Die Klasse-B-Aktien sind derzeit nicht frei handelbar.

Obwohl Delta Airlines ein kräftiges Umsatzwachstum verzeichnete, senkte das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das wichtige Sommerquartal aufgrund gestiegener Spritpreise. Der Gewinn je Aktie wird nun voraussichtlich zwischen 1,85 und 2,05 US-Dollar liegen, im Vergleich zu früheren Schätzungen von 2,20 bis 2,50 Dollar.

Der Münchener Mischkonzern Baywa hat einen Auftrag zur Lieferung und Errichtung von 24 Turbinen in Nordspanien an den Anlagenbauer Nordex vergeben. Dieser Auftrag umfasst auch die Wartung der Anlagen über 25 Jahre.

Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, entlässt Hunderte von Mitarbeitern aus ihrem globalen Rekrutierungsteam. Dieser Schritt soll nicht Teil einer größeren Entlassungswelle sein, sondern eine Anpassung an die aktuellen Unternehmensbedürfnisse darstellen.

Die Kosmetik-Gruppe Douglas treibt die Vorbereitungen für ihren Börsengang voran. Ein Bankenkonsortium wurde ausgewählt, um den Sprung an die Börse vorzubereiten. Zu den beteiligten Banken gehören Goldman Sachs, Citigroup, Unicredit, Deutsche Bank und UBS. Douglas peilt Insidern zufolge einen Börsengang für das kommende Jahr an.

Ein zweiwöchiger Generalstreik bei zwei großen LNG-Projekten des US-Energiekonzerns Chevron in Australien hat begonnen. Dies betrifft die Tarifverhandlungen bezüglich Löhnen und Arbeitsbedingungen in den Chevron-Werken Gorgon und Wheatstone, die über fünf Prozent der weltweiten LNG-Produktion ausmachen. Obwohl die Hauptabnehmer des australischen Flüssiggases in Asien sitzen, könnte eine Lieferunterbrechung den europäischen Gasmarkt beeinflussen und zu Preisschwankungen führen.

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