DAX trotzt US-Zöllen und steuert Rekord an
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Die Anleger an den deutschen Börsen lassen sich von den jüngsten protektionistischen Maßnahmen der US-Regierung kaum beeindrucken. Trotz der Veröffentlichung erster Zolllisten durch die US-Administration unter Präsident Donald Trump setzte gestern der DAX seinen Aufwärtstrend fort und näherte sich seinem bisherigen Allzeithoch. Der Leitindex schloss mit einem Plus von 0,55 Prozent bei 24.206 Punkten und liegt damit weniger als ein Prozent unter dem bisherigen Rekordstand.
Noch dynamischer entwickelten sich die Kurse außerhalb des DAX. Sowohl der MDAX als auch der SDAX legten spürbar zu, wobei insbesondere der Index für kleinere Werte ein neues Rekordniveau erreichte. Getragen wird die Entwicklung von der Erwartung, dass die milliardenschweren Investitionen der Bundesregierung in die Bereiche Verteidigung und Infrastruktur erste positive Wirkungen zeigen.
Im Zentrum des Anlegerinteresses steht weiterhin die Frage, ob es zwischen den USA und der EU zu einem Kompromiss in der Handelspolitik kommen wird. Die Märkte zeigen sich weitgehend unbeeindruckt von der aggressiven Rhetorik aus Washington. Experten verweisen darauf, dass Anleger inzwischen gelernt hätten, zwischen Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung in der US-Handelspolitik zu unterscheiden. Brüssel strebt nach Angaben eines EU-Sprechers weiterhin ein Handelsabkommen mit den USA an. Gleichzeitig mehren sich die Einschätzungen, dass neue US-Basiszölle in Höhe von zehn Prozent auf europäische Produkte bestehen bleiben werden.
Die deutschen Exportzahlen zeigen hingegen erste Bremsspuren. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei den Ausfuhren in die Vereinigten Staaten aus. Im Mai sanken die deutschen US-Exporte um 7,7 Prozent auf 12,1 Milliarden Euro, den niedrigsten Wert seit über drei Jahren. Viele amerikanische Abnehmer hatten zuvor ihre Importe vorgezogen, um erwartete Preissteigerungen zu umgehen. Die Gesamtexporte gingen im Mai um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück.
Auch an der Wall Street herrscht Zurückhaltung. Die US-Börsen zeigten sich am Dienstagmittag schwächer, nachdem Trump die Zollfrist auf den 1. August verschoben hatte. Die Investoren warteten ab, auch weil keine wichtigen Konjunkturdaten veröffentlicht wurden. Der Dow Jones hatte am Vortag 0,9 Prozent verloren.
In Europa sorgte eine andere Entscheidung für Bewegung: Bulgarien hat grünes Licht für die Euro-Einführung erhalten und wird ab Januar 2026 die Gemeinschaftswährung nutzen. Zudem plant die EU-Kommission Maßnahmen zur Stärkung der angeschlagenen Chemieindustrie.
Im Unternehmensbereich kündigte Daimler Truck einen Abbau von rund 5.000 Stellen in Deutschland bis 2030 an, während Salzgitter nach positiver Nachricht zum Einsatz eines Werkstoffs bei der Bundeswehr starke Kursgewinne verzeichnete. ExxonMobil wiederum warnte angesichts fallender Ölpreise vor einem deutlichen Gewinnrückgang.
