DAX tritt auf der Stelle trotz Rekordnähe
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Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag keine klare Richtung gefunden. Der DAX beendete den Handel nahezu unverändert bei 24.385 Punkten und damit minimal 0,03 Prozent im Plus. Zwischenzeitliche Gewinne bis auf 24.452 Punkte wurden wieder abgegeben, nachdem die US-Börsen im Verlauf an Schwung verloren hatten. Der Index bleibt damit in Reichweite seines Rekordhochs vom Juli bei 24.639 Punkten, das nach Einschätzung von Charttechnikern bei einem Ausbruch weiteres Potenzial freisetzen könnte. Der MDAX der mittelgroßen Werte gab leicht um 0,14 Prozent auf 30.836 Punkte nach.
Die politische Krise in Frankreich sorgte bislang nicht für Verunsicherung an den Märkten. Analysten verweisen darauf, dass die Europäische Zentralbank über ausreichende Instrumente verfügt, um mögliche Turbulenzen zu begrenzen. Eine Eskalation wie in der Euro-Schuldenkrise der Jahre 2010 bis 2012 erwarten Ökonomen nicht. Frankreichs Premier Sébastien Lecornu war zwar zurückgetreten, soll aber bis Mittwoch eine Lösung der Blockade in Paris vorbereiten.
Unter den DAX-Werten standen Bayer-Aktien unter Druck. Händler verwiesen auf eine Einschätzung von Goldman Sachs, wonach das Ergebnis im dritten Quartal deutlich unter den Erwartungen liegen dürfte. Symrise gehörte ohne neue Nachrichten zu den Gewinnern, ebenso SAP. Im MDAX rückte Aurubis in den Fokus. Die Aktie erreichte bei 122,30 Euro ein neues Rekordhoch und legte rund 9,7 Prozent zu. Der Kupferhersteller will die Prämie für europäische Kunden um 40 Prozent auf 315 Dollar je Tonne erhöhen und künftig eine höhere Dividende ausschütten.
An der Wall Street konnten die großen Indizes ihre anfänglichen Gewinne nicht halten. Der Nasdaq 100 hatte gestern erstmals die Marke von 25.000 Punkten überschritten, der S&P 500 erreichte ein neues Hoch, fiel aber im Verlauf leicht zurück. Der Dow Jones rutschte nach frühem Plus ins Minus. Händler sprechen von einer gewissen Ermüdung nach der KI-getriebenen Rally, verschärft durch neue Zölle und den fortdauernden US-Shutdown.
Der Euro gab im Zuge der politischen Unsicherheit in Frankreich um rund 0,3 Prozent auf 1,1673 Dollar nach. Belastend wirkten zudem schwache Daten der deutschen Industrie: Die Neuaufträge sanken im August um 0,8 Prozent und damit den vierten Monat in Folge. Der Goldpreis erreichte mit 4.000 Dollar ein Rekordhoch, getrieben von Zinssenkungserwartungen und der Nachfrage nach sicheren Anlagen.
Airbus überholte Boeing und machte den A320 mit 12.260 ausgelieferten Maschinen zum meistverkauften Flugzeug der Welt. Mercedes meldete ein Absatzminus von zwölf Prozent im dritten Quartal, während BMW nach langer Durststrecke wieder Zuwächse verzeichnete. Der Anlagenbauer Gea verlängerte den Vertrag mit Vorstandschef Stefan Klebert und strukturiert den Vorstand um. Die EU-Kommission schlug höhere Stahlzölle vor, um die heimische Industrie vor Billigimporten aus China zu schützen.
