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DAX tritt auf der Stelle: Jackson Hole bremst Nvidia-Euphorie

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DAX tritt auf der Stelle: Jackson Hole bremst Nvidia-Euphorie

Notenbanker aus aller Welt treffen sich dieser Tage im US-amerikanischen Bergresort Jackson Hole – und ihre Signale zur Zinspolitik lassen Anleger weltweit vorsichtig agieren. Selbst starke Quartalszahlen des KI-Schwergewichts Nvidia konnten den DAX am Donnerstag nicht zu neuen Höchstständen treiben. Der deutsche Leitindex beendete den Handelstag mit einem mageren Plus von 0,3 Prozent bei 26.366 Punkten – das Allzeithoch bei 26.573 Punkten bleibt in Reichweite, aber vorerst unerreicht.

Nvidia hatte nach US-Börsenschluss am Vortag Quartalsergebnisse präsentiert, die selbst optimistische Erwartungen übertrafen. An der Nasdaq schoss die Aktie daraufhin um mehr als acht Prozent nach oben, der Nasdaq 100 legte rund 1,3 Prozent zu. Der Dow Jones zeigte sich mit einem bescheidenen Plus von 0,25 Prozent deutlich verhaltener. In Europa profitierten vor allem Halbleiter- und Technologiewerte: Infineon gehörte zu den stärksten DAX-Titeln, da das Unternehmen als direkter Profiteur des KI-Booms gilt.

Siemens Energy startete ebenfalls mit Gewinnen in den Tag – konnte diese am Ende aber nicht halten. Analyst Vivek Midha von der Citigroup sieht das Unternehmen dennoch positiv positioniert: US-Präsident Donald Trump hat einen drohenden Stromengpass in den USA ausgerufen und Beschränkungen für ausländische Großkomponenten angekündigt. Chinesische Netztechnik-Anbieter könnten dadurch vom Markt verdrängt werden, was Siemens Energy als europäischem Anbieter von Rechenzentrum-Infrastruktur in die Karten spielen dürfte.

Die Kaufzurückhaltung am deutschen Markt hat einen klaren Grund: Das jährliche Notenbanktreffen in Jackson Hole wirft seinen Schatten voraus. Der Höhepunkt ist die mit Spannung erwartete Rede von Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag. Marktanalyst Timo Emden von Captrader erklärt: Das große Risiko wollen Anleger angesichts der Unsicherheit über den künftigen Kurs der US-Geldpolitik schlicht nicht eingehen. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, sieht die Märkte weiterhin auf eine weitere Zinserhöhung der Fed bis Jahresende eingestellt – angesichts robuster Konjunkturdaten und hartnäckigem Inflationsdruck sei eine Anhebung im September nicht ausgeschlossen.

Auch auf europäischer Seite mehren sich die Zeichen für eine weitere Straffung der Geldpolitik. Die heute veröffentlichten Protokolle der EZB-Sitzung vom Juli machen deutlich: Eine weitere Zinserhöhung dürfte notwendig sein, sofern sich die Inflationsaussichten nicht erheblich verbessern. Die EZB hatte im Juni erstmals seit fast drei Jahren die Zinsen um 25 Basispunkte angehoben und im Juli pausiert. Die Inflation liegt derzeit bei 2,9 Prozent – deutlich über dem Zielwert von 2,0 Prozent. Marktbeobachter rechnen mit einem weiteren Schritt von 25 Basispunkten, was den Einlagenzins auf 2,5 Prozent heben würde.

Ein Wermutstropfen für Anleger der Deutschen Telekom: Die Aktie verlor 2,5 Prozent und gehörte damit zu den schwächsten DAX-Werten. Auslöser war ein Bericht des Handelsblatts, wonach die Telekom vor einem US-Gericht mit einer Klage über bis zu 10,1 Milliarden Dollar konfrontiert ist. Hintergrund ist die Fusion der US-Tochter T-Mobile US mit dem Konkurrenten Sprint vor sechs Jahren. Kläger werfen dem Konzern vor, sich die Kontrolle über T-Mobile US auf Kosten von Minderheitsaktionären gesichert zu haben. Die Telekom lehnte eine Stellungnahme ab. Belastet wurde die Aktie bereits zuvor durch eine Herabstufung der Analysten von Kepler Cheuvreux.

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