DAX stürzt ab inmitten eskalierender Handelskonflikte
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Die Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten hatte sich weiter verschärft. Der deutsche Leitindex DAX verlor im Tagesverlauf drei Prozent und schloss bei 19.670 Punkten. Zwischenzeitlich hatte der Index bei 19.391 Punkten notiert und damit ein Minus von 4,4 Prozent erreicht. Damit gab er die Kursgewinne des Vortages vollständig wieder ab. Von einer nachhaltigen Stabilisierung nach dem „Black Friday“ und dem „Panic Monday“ war der deutsche Aktienmarkt weit entfernt. Leichte Erholungssignale aus den USA sowie die Einigung auf einen Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD sorgten zwar für temporäre Entlastung, konnten den Abwärtstrend jedoch nicht aufhalten.
An der Wall Street gelang dem Dow Jones zunächst ein Anstieg um bis zu 0,88 Prozent, zuletzt lag das Plus noch bei 0,4 Prozent. Der Nasdaq 100, dominiert von großen Technologiewerten, zeigte sich mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent ebenfalls leicht erholt. Die Marktteilnehmer sahen darin jedoch noch keine Trendwende. Der eskalierende Zollstreit zwischen den USA und China blieb das dominierende Thema. Die von China angekündigten Gegenzölle auf US-Waren wurden auf 84 Prozent angehoben, nachdem US-Präsident Trump Sonderzölle in Höhe von 104 Prozent auf chinesische Produkte in Kraft gesetzt hatte.
Auch die Handelsbeziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union standen vor einer weiteren Belastungsprobe. Die EU-Staaten hatten sich auf erste Gegenzölle verständigt. US-Präsident Trump hielt an seinem Konfrontationskurs fest und äußerte sich auf seiner Plattform Truth Social optimistisch über die wirtschaftliche Entwicklung der USA. Derweil nahm die Sorge vor einer globalen Rezession zu. Am US-Anleihemarkt stiegen die Renditen langfristiger Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten – ein Hinweis auf zunehmende Verunsicherung unter Investoren.
Die Abwärtsdynamik am Aktienmarkt drohte sich zu verstärken, sollten wichtige technische Marken wie das „Panic Monday“-Tief von 18.489 Punkten im DAX unterschritten werden. Auch der Rückfall unter die 200-Tage-Linie bei 19.969 Punkten galt als negatives Signal. Der Devisenmarkt spiegelte die angespannte Lage wider. Der Euro konnte sich über 1,10 Dollar behaupten, während der Dollar an Vertrauen verlor. Sinkende Ölpreise deuteten auf nachlassende Nachfrage, insbesondere aus China. Der Goldpreis hingegen legte deutlich zu. Bei den Einzelwerten verlor Apple seinen Status als wertvollstes Unternehmen an Microsoft. Enttäuschende Quartalszahlen bei Traton führten zu einem Kursrutsch der Aktie.
